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Frutiger Umfahrung abgelehnt

Der Regierungsrat beantwortet einen parlamentarischen Vorstoss negativ.

Weil die Umfahrungsstrasse Frutigen Richtung Adelboden nicht nötig sei, wurde sie abgelehnt.
Weil die Umfahrungsstrasse Frutigen Richtung Adelboden nicht nötig sei, wurde sie abgelehnt.
Google Maps

Die Ende April vom SVP-Grossrat Kurt Zimmermann eingereichte Motion für einen Planungskredit für die Umfahrungsstrasse Frutigen Richtung Adelboden wird vom Regierungsrat nicht unterstützt. Letzterer lehnt diese ab, weil eine Umfahrungsstrasse nicht nötig sei, da diese deutlich mehr als die vor 19 Jahren in einer Studie grob errechneten 70 Millionen Franken kosten würde und wertvolles Kulturland verloren ginge.

Die Verhältnismässigkeit einer neuen Umfahrungsstrasse Richtung Adelboden sei nicht gegeben, weshalb dafür auch kein Planungskredit in den Finanzplan 2019 eingestellt werden müsse.

Motionär Kurt Zimmermann kritisierte, es sei keine Lösung für die Erschliessung der wichtigen Tourismusdestination, den Verkehr mittels einer 30er-Zone zu beruhigen, wie dies derzeit vom Kanton auf der Kantonsstrasse auf einer Länge von 800 Metern plane. Auf Grund der in Frutigen laufenden Diskussionen zu Tempo 30 verlangte die Motion Dringlichkeit.

Würde nur Drittel bringen

Der Regierungsrat schreibt in seiner gestern veröffentlichten Motionsantwort, heute bestehe östlich von Frutigen eine Umfahrung, auf der täglich im Durchschnitt rund 14500Fahrzeuge verkehren. Die von dieser Umfahrung nach Adelboden abzweigende Hauptstrasse weise im Zentrum von Frutigen eine Frequenz von rund 9300Fahrzeugen auf. Oberhalb von Frutigen auf der Hauptstrasse Richtung Adelboden beträgt die Frequenz 4000 Fahrzeuge.

Da ein Teil dieser 4000 Fahrzeuge von Frutigen kommt oder dorthin fährt, würde eine zusätzliche Umfahrung Richtung Adelboden täglich im Schnitt von weniger als 4000 Fahrzeugen benutzt. Das Verkehrsaufkommen auf der Hauptstrasse im Zentrum Frutigens könnte demnach gemäss Regierungsratsbescheid mit einer neuen Umfahrung nur um etwa ein Drittel reduziert werden.

Bauliche Sanierung besser

Der Regierungsrat führt weitere Argumente für seine Absage an: Obwohl der touristische Verkehr von und nach Adelboden an den Spitzenwochenenden die Umfahrung nutzen und das Dorf nicht zusätzlich belasten würde, blieben die auch im Alltag auftretenden Verkehrssicherheits- und -verträglichkeitsprobleme auf der Hauptstrasse wegen der vergleichsweise geringen Entlastung durch die Umfahrung bestehen. Deshalb sei es zielführender, diese Defizite durch eine weitreichende bauliche Sanierung und Umgestaltung der Hauptstrasse zu beheben.

Dafür sei bereits ein Projekt erarbeitet worden, das im Frühjahr 2018 öffentlich auflag. Die Kosten zulasten des Kantons würden auf über acht Millionen Franken veranschlagt. Das Erscheinungsbild des ganzen Strassenraums werde nach Abschluss des Projekts zeitgemäss und dem Dorf angepasst sein. Eine weitere Umfahrung Frutigen hätte hingegen ein sehr ungünstiges Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Thun und Wilderswil

Kostenmässig vergleichbare Grossprojekte wie die Umfahrung Wilderswil oder der Bypass Thun-Nord hätten eine deutlich grössere Wirkung. So dürfte die Umfahrung Wilderswil täglich von etwa 7000 Fahrzeugen benutzt werden. Der Bypass Thun-Nord weise selbst ohne flankierende Massnahmen bereits ein Aufkommen von über 10000 Fahrzeugen auf. Zudem erschliessen beide Projekte wichtige Gewerbezonen und kantonale Entwicklungsschwerpunkte.

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