Frutiger Schiefer hat Marktpotenzial

Frutigen/Adelboden

Von etwa 1840 bis 1977 wurde in den Spissen Schiefer abgebaut. Es war ein willkommener Verdienst. Studenten haben nun Ideen für eine Erlebniswelt Schieferabbau erarbeitet. Das Thema könnte für verschiede Parteien spannend werden.

Harte Bedingungen: Arbeiter in einer der Schiefergruben von Frutigen.

Harte Bedingungen: Arbeiter in einer der Schiefergruben von Frutigen.

(Bild: Archiv Kulturgutstiftung)

Die Arbeit in den Gruben war hart, anstrengend und für etliche der Arbeiter tödlich. Unfälle und vor allem Staublungen waren die Folge des Schieferabbaus bis 1977 in den Spissen. Der Wirtschaftszweig bot aber willkommenen Verdienst.

In kleinem Rahmen könnte das wieder so sein: Studierende der Höheren Fachschule für Tourismus Graubünden (siehe Kasten) haben den Auftrag vom lokalen Tourismus erhalten, in ihrem Intensivseminar Ideen für eine Erlebniswelt Schiefer­abbau zusammenzutragen. Sie konnten sich dabei auf Vorarbeiten einer Arbeitsgruppe sowie Unterlagen der Kulturgutstiftung Frutigland und der Familie Samuel Schmid als Besitzerin einer der ehemaligen Gruben abstützen.

Die Grube als Mittelpunkt

Das Resultat: Die Studierenden sehen in der Geschichte rund um die Gruben Potenzial für eine Erlebniswelt, die früheren Arbeiten sollen darin wieder erlebbar gemacht werden. Sie haben in ihrer Arbeit den Spissenweg in drei Teile rund um die Schiefergrube Wältiweid getrennt: Ein Teil soll sich mit Kultur befassen, ein Teil als Abenteuerspielplatz mit dem Thema Bergbau gestaltet werden (ein Maskottchen gehört natürlich dazu), und die Hauptattraktion ist die Grube selber.

«Das letzte begehbare Grubenloch könnte durch entsprechende Beleuchtung wiederaufleben und so ein einzigartiges touristisches Produkt für die Region bieten», führten die Studierenden an der Präsentation ihrer Ergebnisse aus.

«Sowohl für Gruppenführungen als auch Individualtou­risten sollten entsprechende ­Besichtigungsmöglichkeiten geschaffen werden. Wir dachten ­dabei auch an Verpflegungs- und Verkaufsmöglichkeiten regionaler Produkte.»

Wie weiter?

Wie Urs Pfenninger, der Adelbodner Tourismusdirektor, erklärt, «decken sich die Ergebnisse in etwa mit denjenigen der Arbeitsgruppe, die am Thema dran ist». Den vorgeschlagenen Schieferabbau für Gäste und die Aufteilung der rund fünfstündigen Spissenwanderung in drei Teilbereiche stossen bei ihm sicher auf Interesse.

Die Ideen werden auch in die bereits bestehende Arbeitsgruppe eingebracht. Dort ist eine Zusammenarbeit mit der Schiefertafelfabrik Frutigen oder dem Lötschberger-Ausflugskonzept der BLS angedacht oder eine Ausweitung des Themas auf den Kohleabbau. Die Diskussionen dazu werden in nächster Zeit weitergeführt, entschieden ist aber noch nichts.

Die Geschichtedes Kohle- und Schieferabbaus im Frutigland ist in einer Broschüre der Kulturgutstiftung dokumentiert. Bezugsquelle: www.kulturgutstiftung.ch

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