Frutigtaler Mundart im Klangkostüm

Interlaken

Mit Folksongs und Lesungen nach Maria Lauber fesselten Trummer und Nadja Stoller das Publikum im Restaurant Topoff Seeburg in Interlaken.

Nadja Stoller und Trummer begeisterten mit Liedern und Texten in Frutigtaler Mundart nach Maria Lauber ihr Publikum im Topoff Seeburg Interlaken. Foto: Monika Hartig

Nadja Stoller und Trummer begeisterten mit Liedern und Texten in Frutigtaler Mundart nach Maria Lauber ihr Publikum im Topoff Seeburg Interlaken. Foto: Monika Hartig

«Grüss euch! Herzlich willkommen zu diesem Abend im Zeichen der Frutigtaler Mundartdichterin Maria Lauber», begrüsste Christoph Trummer das Publikum im ausverkauften Restaurant Topoff des Zentrums Seeburg Interlaken. Gemeinsam mit Nadja Stoller präsentierte Trummer Folksongs, vertonte Gedichte und Texte nach Maria Lauber (1891–1973). So brachte das Duo den Zuhörern die herbe Schönheit und Poesie der Fru-tigtaler Mundart nahe. Beide Akteure haben ihre Wurzeln im Frutigland und treten seit Jahren gemeinsam auf.

Mit dem Lied «Muetersprach», sie am Akkordeon, er an der Gitarre, besang das Duo die heimische Mundart: «Oh Muetersprach, wie du mi treisch, i Freud u Leid, u mit mim letschte Wort vergeisch …» Trummer las aus dem Lesebuch «Ischt net mys Tal emitts», wie die junge Protagfonistin das Lehrerseminar in Bern besuchte und in den Pausen kaum sprach, da sie sich für ihren extremen Frutigtaler Dialekt schämte.

Stark ausgeprägt war Laubers Liebe zu ihrem Tal und das Heimweh danach, schön vertont im Lied «Chumm hei». Nadja Stoller, im geblümten Rock und mit hochgestecktem Haar, klopfte dazu den Takt auf einem Holzblock. Ihre liebliche Stimme verzauberte die Zuhörer. Das Duo schuf eine entspannte, verträumte Konzertatmosphäre, die das Publikum still genoss. Schwarzweissbilder von Reto Camenisch untermalten die Szenerie.

Blaue Wegwarte

Die Lehrerin und Dichterin Maria Lauber blieb lebenslang ledig. Ihre Sehnsüchte drückte sie im Gedicht «Wegwarte» aus: «Und ds Meitschi im schöne blaue Röckli steit u wartet, wartet, Jahr für Jahr.» Nadja Stoller untermalte die Melodie mit dem Tambourin, Trummer mit der Mundharmonika. «Meine Grossmutter Bethli Trummer hat gerne von früher erzählt und war eine wichtige Tür für mich in die Welt von Maria Lauber», so Trummer.

Er sang das selbst geschriebene Lied «Lötschbergstrasse». Um diese Strasse herum habe sich das Leben der Grossmutter ab-gespielt. Im Landhaus Frutigen ging man dazumal zum Tanz, und im Lied «Zfriede» erfuhren die Zuhörer, wie man damals das Leben genoss: «Es Chacheli Kaffee, es Örgeli Musik, es Glesli voll Wii, es Bössi für z‘ danze, so cha me sii!»

«Maria Lauber hatte auch eine dunkle, schwermütige Seite. Das merkt man etwa bei der Sage über den Gürmsch, den Vogel-beerbaum», erzählte Trummer eine weitere Geschichte. Wo dieser schneeweiss blühte, soll man in alter Zeit den Leuten den Kopf abgeschlagen haben. Zu hören waren aber auch lustige Geschichten über Zwerge, die in früheren Zeiten den Leuten gerne halfen. Mit dem rhythmischen Lied «Herbschdabe», untermalt vom Xylophon, bei dem alle mitsangen, neigte das Konzert sich dem Ende zu.

Das Publikum erklatschte sich als Zugabe noch das neu vertonte Vogellisi-Lied, in dem das Vogellisi sich in einen deutschen Touristen verliebt und fortgeht. Es endete mit dem Refrain: «Ds Bärner Oberland isch schön.»

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