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Für ein Naturerlebnis ohne Grenzen

Mitglieder der Rotary Clubs Thun, Thun-Niesen und Gerzensee-Gantrisch leisten einen Beitrag für Menschen mit einer Beeinträchtigung: Rund um den Hinterstockensee entsteht ein Erlebnispfad für Rollstuhlfahrer.

Für mehr Mobilität:?Mitglieder der 3 Rotary Clubs leisteten rund um den Hinterstockensee ungewohnte Arbeit.
Für mehr Mobilität:?Mitglieder der 3 Rotary Clubs leisteten rund um den Hinterstockensee ungewohnte Arbeit.
zvg

Wenn ein Arzt das Stethoskop mit dem Pickel tauscht, der ­Notar statt durch den Paragrafendschungel mit einem Raupentransporter durch ein enges Weidetor zirkelt und der pensionierte Maschineningenieur ein Tiefbauprojekt leitet, ist das alles andere als alltäglich.

Rund 40 Mitglieder und ihre Angehörigen der Rotary Clubs Thun, Thun-Niesen und Gerzensee-Gantrisch machten aber genau diese Erfahrung und betätigen sich in einem ihnen fremden Gebiet. «Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben betoniert. Es hat richtig Spass gemacht», sagt Louis Krebser stellvertretend für alle, die rund um den Hinterstockensee Hand anlegten.

Der Geschäftsführer der gleichnamigen Thuner Firma und Präsident des Rotary Clubs Thun-Niesen ist sichtlich stolz auf das Vollbrachte. Mehr als zufrieden ist ebenfalls Projektleiter Bernhard Lucas: «Alle haben sich mächtig ins Zeug gelegt. Sämtliche Arbeiten sind schneller erledigt worden als vorgesehen.»

Muskelkraft ist gefragt

Zu den Zielen von Rotary gehört die Dienstbereitschaft im täglichen Leben. «So bitten wir unsere Mitglieder für geeignete soziale Projekte um praktische Mit­hilfe», sagt Alfred C. Schwarz, Präsident des Rotary Clubs Thun. Dass er zudem Geschäftsführer der Stockhornbahn AG ist, erklärt nur teilweise, wieso der aktuelle gemeinnützige Einsatz für Menschen mit einer Beeinträchtigung an der Südflanke des Stockhorns erfolgt. «Vater der Idee ist eigentlich Res Jutzeler aus Erlenbach, Mitbegründer der JST Multidrive AG, welche Fortbewegungsmittel für Gehbeeinträchtigte anbietet, die gerne sportlich unterwegs sind», sagt Schwarz (siehe Kasten).

Die Rotarier haben sich also nicht in erster Linie für Wandernde engagiert. Ihr Arbeitseinsatz verfolgt ein ganz besonderes Ziel: Bis im Herbst wird mit «Stockhorn – No Limits» ein einzigartiges Wander- und Naturerlebnis für Rollstuhlfahrende rund um den Hinterstockensee entstehen. Der Wanderweg rund um den kleinen Bergsee ist dann so ausgebaut, dass er für Gäste im Rollstuhl im Frühjahr 2017 befahren werden kann. «Wir haben bewusst keine ‹Autobahn› gebaut.

Die Rollstuhlfahrenden können trotzdem eine völlig neue Mobilität in bisher für sie unzugänglichem Gelände auf Naturwegen erleben», sagt Schwarz.

Stolpersteine beseitigt

«Bei weiteren Arbeitseinsätzen gilt es für uns, noch ein paar Anpassungen vorzunehmen», sagt Bernhard Lucas und präzisiert: «Der Wanderweg muss auf einigen Abschnitten zusätzlich ab­gesichert werden.» Zudem müssten Kuhgatter durch geeignete Neukonstruktionen ersetzt und drei Sitzbänke sowie elf Informationstafeln, welche vom Thuner Kunstmaler Stefan Werthmüller gestaltet würden, aufgestellt werden. «Selbstverständlich so, dass Rollstuhlfahrende diese problemlos bedienen oder lesen können», ergänzt Lucas.

Unter der Leitung und der Mitarbeit von Rotariern des Clubs Gerzensee-Gantrisch haben zudem eine Schulklasse des Oberstufenzentrums Belp sowie acht unbegleitete minderjährige Asylsuchende einen zusätzlichen Arbeitstag am Rundwanderweg geleistet. Durch ihre Unterstützung sind verschiedene Wegstrecken verbreitert und für die Befahrbarkeit mit Rollstühlen verbessert worden.

Dort, wo es noch einige Knacknüsse zu lösen gebe, würden Fachleute für geeignete Lösungen sorgen, teilen die Rotarier mit.

Breite Unterstützung

Der Verein Freunde des Stockhorns stellt zudem einen Betrag zur Verfügung, damit das erforderliche Material wie auch die Nebenkosten finanziert werden können. Die Stiftung Cerebral beteiligt sich an der Beschaffung der No-Limits-Rollstühle, der Ausstattung des Rundweges mit Sitzbänken und am Bau einer Behindertentoilette im neuen Seehüttli.

Die Stockhornbahn AG ihrerseits wird für den Verleihservice sowie die Pflege und den Unterhalt des Weges und der Rollstühle sorgen.

(BO)

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