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Geigenklänge und abstrakte Miniaturen

Zwei hoch­karätige Violinisten und ein Kunstmaler von Weltruf: Mit «44 Duos und Miniaturen aus Ungarn» eröffnete die Geigenbauschule Brienz die Dachkammerkonzerte 2018.

Monika Hartig
Sanfte bis feurige Geigenklänge: Erika Akane Schutter und Droujelub Yanakiew spielten 44 Duos für zwei Violinen von Béla Bartók.
Sanfte bis feurige Geigenklänge: Erika Akane Schutter und Droujelub Yanakiew spielten 44 Duos für zwei Violinen von Béla Bartók.
Monika Hartig

«Seit Jahrzehnten befasst sich der international preisgekrönte Kunstmaler István Haász aus ­Budapest mit den 44 Duos für zwei Violinen von Béla Bartók. Die 44 Miniaturen von Haász sind eine Hommage an den un­garischen Komponisten», sagte Hans-Rudolf Hösli am Dienstag.

Hösli, Leiter und Fachlehrer der Geigenbauschule Brienz, hiess im gut besetzten Kunsthaus In­terlaken die Gäste zum ersten Dachkammerkonzert 2018 willkommen. Im Foyer stand ein offener Geigenkasten für die Kollekte bereit.

Meisterhaftes Violinenspiel

Mit rassigen, feurigen Geigenklängen, die an Zigeunermusik erinnerten, begannen die beiden Starviolinisten Erika Akane Schutter aus Ungarn und Droujelub Yanakiew aus Bulgarien den Reigen der Duos für zwei Violinen. Die Zuschauer kamen in den Genuss von 44 delikaten Musikhäppchen, von sanft und schmeichelnd über verspielt bis hin zu furios und leidenschaftlich.

Das perfekt harmonierende Duo spielte etwa Tanz-, Neujahrs-, Ernte-, Wiegen- oder Spottlieder aus dem Balkan, aber auch ungarische Märsche. Schutter und Yanakiew zelebrierten ihre Kunst mit Intensität, Humor und einem Augenzwinkern und verzauberten so das Publikum. Dafür ernteten sie Bravorufe und lang an­haltenden Applaus. «Die beiden sind Genies», schwärmte später Kunstmaler István Haász.

Viel Raum für Interpretation

Während des einstündigen Konzerts waren auf der Leinwand die Miniaturen von Kunstmaler Haász (72) zu sehen, die sich auf die Lieder Bartóks beziehen. István Haász war lange Dozent an Universitäten etwa in Ungarn oder Deutschland.

Seine abs­trakten Miniaturen sind Variationen geometrischer Formensprache wie etwa Quadrate, Rechtecke oder Dreiecke in Bunt und Schwarzweiss. Der Künstler spielt mit waagrechten, senkrechten und diagonalen Linien, mit Überlagerungen, Verschiebungen und Materialien.

«Ein solches Zusammenspiel meiner Arbeit mit der Musik erlebe ich zum ersten Mal.»

Künstler István Haász

Seine Arbeiten lassen dem Betrachter einen breiten Interpretationsspielraum. Die Miniaturen sind im Obergeschoss des Interlakner Kunsthauses ausgestellt. «Ein solches Zusammenspiel meiner Arbeit mit der Musik erlebe ich zum ersten Mal», erklärte ein sehr berührter István Haász beim Apéro.

Weitere Dachkammerkonzerte: Freitag, 25. Mai, 19.30 Uhr, Flötenquartett in der Kirche Brienz; Mittwoch, 19. September, 19.30 Uhr, Klarinettenquintett in der Geigenbauschule Brienz; Mittwoch, 31. Oktober, 19.30 Uhr, Sonatenabend in der Geigenbauschule Brienz.

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