Gemeinderat hält verbale Attacke für unbegründet

Boltigen

Der Gemeinderat von Boltigen hat einen Bürger, der den Finanzverwalter unter anderem des Betrugs bezichtigt hat, angehört. Die Anschuldigungen würden «auf keiner nachvollziehbaren Grundlage» basieren.

Gemeindepräsident Albert Wampfler war überrascht ob den happigen Beschuldigungen gegen den Finanzverwalter.

Gemeindepräsident Albert Wampfler war überrascht ob den happigen Beschuldigungen gegen den Finanzverwalter.

(Bild: ksm-fotografie)

Es waren heftige Worte, die an der Boltiger Gemeindeversammlung vom 28. November gefallen sind. Im Traktandum «Verschiedenes» wurde «eine verbale Attacke gegen Mitarbeitende der Gemeindeverwaltung» laut, wie es der Gemein­derat der Obersimmentaler Gemeinde am Montag in einer Mitteilung formulierte.

Verwalter heftig kritisiert

Wie diese Zeitung vor knapp drei Wochen berichtete, war konkret Finanzverwalter Heinz Nieder­hauser von einem aufgebrachten Versammlungsteilnehmer frontal angegriffen und mit happigen Vorwürfen eingedeckt worden. Von Amtsmissbrauch und Betrug war die Rede.

Dies im Zusammenhang mit der Pachtvergabe des Heimwesens Sommerau, eines Gutsbetriebs der Gemeinde. Die Neuvergabe war 2016 an der Herbstgemeindeversammlung beschlossen worden. Der gemeinde­rätliche Zuschlag an den neuen Pächter ab April 2018 wurde von einer un­terlegenen Partei mit einer Beschwerde beim Regierungsstatthalter angefochten. Finanzverwalter Heinz Niederhauser hatte mitgeholfen, Ausschreibung und Vergabe der Pacht durch den Gemeinderat zu organisieren.

Rat: «Keine Faktenlage»

«Der Gemeinderat wird das aufnehmen und dem nachgehen», liess sich Rudolf Matti nach der Versammlung in dieser Zeitung zitieren. Der Boltiger Gemeindeschreiber hatte sich ob des Vorfalls ebenso überrascht gezeigt wie auch Gemeindepräsident Albert Wampfler.

Nun ist es in der «Causa Sommerau» zu einer Anhörung gekommen. Wie er schreibt, hat der Gemeinderat dem Votanten Gelegenheit gegeben, sich zur Ursache der Verbalattacke und zu den Beweggründen zu äussern. Letzterer ist offenbar ein Mitglied der bei der Vergabe unterlegenen Familie. Die Behörde informiert, sie habe an der Sitzung vom 12. Dezember «von dessen Ausführungen Kenntnis genommen und festgestellt, dass die ins Feld geführten Anschuldigungen auf keiner nachvollziehbaren Grundlage oder Faktenlage basieren».

Der Gemeinderat hält weiter fest, dass er «zu 100 Prozent hinter den Mitarbeitenden der Gemeindeverwaltung steht». Und: Er werde aufgrund der Schilderungen keine personellen wie auch organisatorischen Massnahmen treffen.

jss/pd

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