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Geplante Stallrenovation löst Ängste aus

Ein Bauernhaus soll zusammen mit dem Stall saniert werden. Die Nachbarn – Betreiber eines Ferienhauses – fürchten sich aber vor Baulärm und Umsatzeinbussen und beschreiten den Rechtsweg.

Weil sich Nachbarn vor Baulärm und Umsatzeinbussen fürchten, gelangten sie vors Verwaltungsgericht (Symbolbild).
Weil sich Nachbarn vor Baulärm und Umsatzeinbussen fürchten, gelangten sie vors Verwaltungsgericht (Symbolbild).
Keystone

Unspektakulär tönte das Baugesuch: «Sanierung des Ökonomiegebäudes sowie Neubau eines Mistlagers und einer Jauchegrube für das Mistwasser.» Das Gesuch umfasste zudem die Erweiterung eines bestehenden Zimmers, den Einbau eines Holzofens im zweiten bestehenden Zimmer, von dem ein Badezimmer mit Dusche, Toilette und Lavabo abgetrennt werden sollte. So weit der Plan der Bauherrschaft. Gegen dieses Bauvorhaben erhoben Nachbarn Einsprache.

Nachdem das Amt für Gemeinden und Raumordnung des Kantons Bern dem Vorhaben zugestimmt hatte, erteilte eine Gemeinde im westlichen Oberland im März 2016 die Baubewilligung. Einen Monat später reichten Nachbarn dagegen Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) ein. Diese wiederum wies das Rechtsmittel ab. Die Nachbarn gelangten ans Verwaltungsgericht.

Ihr Rechtsbegehren: Der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und dem Bauvorhaben sei der Bauabschlag zu erteilen. Sie befürchteten, das Bauernhaus werde zu einer Ferienwohnung ausgebaut und genutzt. Die Bauherrschaft beantragte darauf die ­Abweisung der Beschwerde.

Wohnung ist der Streitpunkt

Die Beschwerdeführenden beanstandeten den angefochtenen Entscheid lediglich in Bezug auf die Wohnnutzung im abparzellierten Ökonomieteil des ehemaligen Bauernhauses und die damit zusammenhängenden Umbaupläne. Gegen die übrige Sanierung des Ökonomieteils erhoben sie keine Einwände.

«Wider jeder Vernunft»

Laut BVE gilt ein landwirtschaftliches Ökonomiegebäude und die mit diesem zusammengebaute Wohnung als Einheit. Aus diesem Grund könne eine bestehende Wohnnutzung auf ein angebautes Ökonomiegebäude ausgedehnt werden. Dass sie sich seit der Parzellierung auf verschiedenen Grundstücken mit unterschiedlichen Eigentümern befänden, sei aus raumplanerischer Sicht unerheblich. Entscheidend sei, dass die Baute (Wohn- und Ökonomieteil) rechtmässig erstellt wurde, was unbestritten sei.

Die Beschwerdeführer machten weiter geltend, das Baugesuch sei rechtsmissbräuchlich. Die Beschwerdegegnerschaft beabsichtige letztlich den Einbau einer (Ferien-)Wohnung. Die veranschlagten Kosten von 300 000 Franken für die Sanierung seien nur im Hinblick auf die eigentliche Absicht einer Wohnnutzung erklärbar.

Für den Kleinbetrieb mit drei Milchkühen – den die Beschwerdegegnerschaft lediglich noch rund fünf bis sechs Jahre weiterführen wolle und der zudem mit Bewirtschaftungsbeschränkungen belegt sei – widerspreche eine derart hohe Investition jeder Vernunft.

Das Gericht führte aus, es sei nicht an der Bewilligungsbehörde und den Rechtsmittelinstanzen, über den wirtschaftlichen Sinn oder Unsinn einer Investition zu befinden, das liege nur im Ermessen der Bauherrschaft. Inwiefern das Vorhaben rechtsmissbräuchlich sein sollte, sei nicht ersichtlich. Die Vorinstanz habe die Baubewilligung zu Recht bestätigt.

Der Eventualantrag der Beschwerdeführenden, die Baubewilligung mit der Auflage zu ergänzen, dass der Ökonomieteil nicht zur Ferienwohnung ausgebaut beziehungsweise als solche genutzt werden dürfe, wurde abgelehnt – mit dem Argument, über die Bewilligungspflicht und -fähigkeit sei hier nicht zu entscheiden.

Wenn das Vorhaben den gesetzlichen Anforderungen entspreche, habe die Bauherrschaft Anspruch auf eine bedingungslose und nicht belastende Baubewilligung, für Auflagen verbleibe kein Raum.

Auch ein normales Ausmass an Baulärm sei zu erdulden. Die Beschwerdeführer brachten vor, die Gäste ihres Ferienhauses würden ein erhöhtes Ruhebedürfnis aufweisen. Deshalb werde nicht nur der Baulärm, sondern auch die geplante Wohnnutzung zu erheblichen Umsatzeinsbussen führen.

Das Gericht befand, die Beschwerde erweise sich als offensichtlich unbegründet und wies diese ab. Der Anwalt der Beschwerdeführer wollte derzeit über einen allfälligen Weiterzug ans Bundesgericht keine Auskunft erteilen.

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