Gewässersanierung im Oberhasli gelungen

Oberhasli/Luzern

Die Kraftwerke Oberhasli (KWO) haben in den letzten Jahren die grösste Restwassersanierung der Schweiz umgesetzt. Dies gab das Schweizer Wasserforschungsinstitut Eawag bekannt.

Die Seeforellen gehören zu den Tieren, denen es seit den Gewässersanierungen der KWO im Oberhasli wieder besser gefällt.

Die Seeforellen gehören zu den Tieren, denen es seit den Gewässersanierungen der KWO im Oberhasli wieder besser gefällt.

(Bild: PD)

13 Bäche im 450 Quadratkilometer grossen Einzugsgebiet der KWO führen dank der Restwassersanierung nun so viel Wasser, dass die Bestimmungen des Gewässerschutzgesetzes (Stand 1992) erfüllt werden. Zudem wurde ein Bachabschnitt im Gadmertal als Lebensraum für Fische erschlossen.

Viel Erfolg mit 2 Prozent

Der Erfolg der Massnahmen wird während fünf Jahren mit Elektrobefischungen, Erhebungen der Kleinlebewesen in den Bächen und verschiedenen Messungen zur Wasserführung kontrolliert. Die Resultate sind ermutigend, wie KWO-Gewässerökologe Steffen Schweizer am Infotag des Schweizer Wasserforschungsinstituts Eawag am Dienstag in Luzern berichtete: «Sowohl die Fischdichte als auch die Reproduktion haben zugenommen, und die Altersstruktur der Fischbestände hat sich verbessert.»

Besonders augenfällig war die Verbesserung im Gadmerwasser, in das heute viele Seeforellen zum Laichen aufsteigen, wie unter anderem Fotofallen und Filme der KWO-Ökologen belegen. Eine deutliche Verbesserung in allen ökologischen Bereichen brachte auch die Schwall-Sunk-Sanierung mit dem Ausgleichsbecken in Innertkirchen und der fischfreundlicheren Umgestaltung des darunter liegenden Aare-Abschnitts.

Die Sanierungsmassnahmen waren Teil des Projekts KWO Plus. Durch die Erhöhung der Restwassermenge für die Bäche nahm die Stromproduktion um rund 30 Gigawattstunden ab, das entspricht 2 Prozent der KWO-Jahresproduktion. Im Gegenzug wurde die Produktion schon in den beiden ersten Projektetappen (Innertkirchen 1 und Handeck 2) um 70 Gigawattstunden gesteigert.

Strom, Wasser, Wärme

Für die gesamte Schweiz rechnet das Forschungsprogramm Wasserkraft des Bundesamtes für Energie mit einem Ausbaupotenzial von 4,38 Terawattstunden (4380 Gigawattstunden) pro Jahr, wie Programmleiter Klaus Jorde in Luzern erläuterte. Dem stehen – je nachdem, ob der Gewässerschutz künftig verstärkt wird oder nicht – Produktionsverluste zwischen 2,28 und 6,41 Terawattstunden gegenüber.

In der Energiestrategie 2050 erwartet der Bund netto etwa 3,16 Terawattstunden Zubau. Der Beitrag der Wasserkraft ist in der Schweiz mit 36,67 Terawattstunden (oder 56 Prozent des Stroms) allerdings schon heute aussergewöhnlich hoch. Deshalb wurde die Frage gestellt, ob es nicht sinnvoller wäre, die Produktion von Solarstrom schneller auszubauen und sie mit einer höheren Speicherkapazität bei den Stauseen zu kombinieren.

Mehrere Referate gingen auf die Mehrfachnutzung von Wasser ein. So werden in den Kläranlagen schon heute Abwärme und Klärgas genutzt. Zur Diskussion gestellt wurden auch Stauseen als Reserve für trockene Sommer. Und erst in den Kinderschuhen steckt die Nutzung von grossen Seen als Wärme- und Kältespeicher – ein fast unerschöpfliches Potenzial, wie Eawag-Professor Alfred Wüest vorrechnete.

Keine Erwartungen setzten die Fachleute in Kleinstwasserkraftwerke. Denn zum einen sei das verbleibende Potenzial gering; zum andern deuten die wenigen Studien in diesem bisher kaum erforschten Bereich auf unverhältnismässig hohe Schäden für die Natur hin.

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