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«Grosse schriftstellerische und verlegerische Arbeit»

Der Kulturpreis 2019 vom Verein Kultur Region Obersimmental, Saanenland und Pays-d’Enhaut ging an die Müller Medien AG in Gstaad.

Frank Müller nahm stellvertretend für die Belegschaft der Müller Medien AG den Kulturpreis entgegen.
Frank Müller nahm stellvertretend für die Belegschaft der Müller Medien AG den Kulturpreis entgegen.
Kerem S. Müller

In seiner Laudatio für die Preisträgerin, die Müller Medien AG in Gstaad, warf Walter Raaflaub, einstiger Lehrer und Taxifahrer in Gstaad und Buchautor diverser Bücher, einen vertieften Blick auf die Geschichte des gewürdigten Unternehmens.

Dazu brachte er ein Original der ersten Ausgabe des «Anzeigers für Saanen und Obersimmenthal» mit, die vor über 130 Jahren publiziert wurde. Raaflaub würdigte mit einigen Anekdoten das Wirken von drei Generationen Müller, die alle den Blick auf das Wesentliche richteten: auf das Geschehen in der Region.

Es zähle neben dem Zeitungsmachen auch das Verlegen von Büchern, die ebenso wichtige Zeitdokumente darstellten und der Nachwelt spannende Einblicke in das regionale Leben vermittelten, zu den bedeutenden Tätigkeiten des Verlags.

«Eine Überraschung»

Als «grosse schriftstellerische und verlegerische Arbeit» bezeichnete Raaflaub das Schaffen der Müllers und nannte die Gründung der Lokalzeitung «Frutigländer» als «echten Geniestreich» von Frank Müller, Inhaber, CEO und Verlagsleiter Müller Medien AG.

Dieser wiederum nahm stellvertretend für seine ganze Belegschaft im Schulhaus Turbach an der Generalversammlung der Kultur Region den Preis entgegen. Für Müller ist dieser Preis «eine sehr grosse Überraschung», und er gab den Verdienst sogleich an alle seine Mitarbeiter weiter: «Denn ohne gute Mitarbeiter wäre das alles gar nicht möglich!»

Der Verleger betonte, dass es neben diesen vor allem treue Leser brauche und nicht zuletzt auch Autoren, die bereit wären, für die Veröffentlichung ihrer Werke selber Geld in die Hand zu nehmen. Denn anders als bei grossen Verlagen müsse in einem kleinen Verlag jedes Buch selber finanziert werden. Der verliehene Preis sei für ihn Ansporn, auch in Zukunft Bücher zu verlegen, die vornehmlich das heimische Brauchtum, hiesige Traditionen und die regionale Kultur zum Inhalt hätten.

Präsident gesucht

Erika Baumgartner führte zügig durch die Generalversammlung des Vereins Kultur Region Obersimmental Saanenland Pays-d’Enhaut. Die anwesenden Mitglieder genehmigten sämtliche statutarischen Geschäfte diskussionslos. Das vergangene sei für den Verein eher ein «normales Jahr» gewesen, sagte sie. Man habe an acht Vorstandssitzungen zahlreiche Gesuche behandelt und «verschiedene tolle Kulturprojekte in den drei Kulturregionen unterstützt».

Baumgartner betonte, die Zusammenarbeit mit dem Amt für Kultur des Kantons Bern klappe hervorragend. Etwas Sorgen bereite ihr allerdings die Weiterführung des Präsidiums, so die Vorsitzende. Sie selber wolle dieses Amt nach zwei Amtsperioden à drei Jahren ab nächstem Jahr nicht mehr ausüben, und eine interne Lösung im Vorstand sei leider nicht absehbar.

Der Verein schloss das Geschäftsjahr mit einem geringfügigen Minus von 2'519 Franken.

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