Happy Birthday, Goggifröschli!

Meiringen/Basel

1903 stiess der Meiringer Andreas Klein auf ein Zeitungsinserat, das der Schweiz in der Folge ein kulinarisches Erbe hinterliess, das vor allem Kinder erfreut. Dies seit acht Jahrzehnten.

Die Froschform sollte das Goggifröschli oder Cola-Fröschli attraktiv für Kinder machen.<p class='credit'>(Bild: Raphael Moser)</p>

Die Froschform sollte das Goggifröschli oder Cola-Fröschli attraktiv für Kinder machen.

(Bild: Raphael Moser)

Er wäre damals einer von etwa 3500 Schweizern gewesen, die Anfang des 20. Jahrhunderts jährlich in die Vereinigten Staaten von Amerika ausgewandert sind und sich dort ein besseres Leben erhofften. Sein Weg hätte ihn 1903 von Basel nach Rotterdam oder Hamburg und schliesslich mit der «Bremen» oder der «Columbia» in rund zwei Wochen über den Atlantik in die Neue Welt führen sollen. Doch Andreas Klein, der junge Kaufmann aus Meiringen, sollte nie einen Fuss auf einen Ozeandampfer setzen noch jemals die USA betreten, denn seine Emigrationsreise endete bereits an der Breisacherstrasse 65 in Basel.

Grundstein des Läckerli-Huus

An besagter Strasse führte Leopold Mosetter eine Fabrikation von Zuckerwaren und Basler ­Läckerli und suchte mit einem unscheinbaren Zeitungsinserat nach einem Geschäftspartner. Klein meldete sich, stieg ein, überzeugte seinen Vorgesetzten mit seinem Talent, wurde Teilinhaber und übernahm den Betrieb ein Jahr später eigenständig. Somit kann das Jahr 1904 als die Geburtsstunde des Läckerli-Huus gesehen werden, denn als Spezialität und fester Bestandteil von Kleins Sortiment galten von Anfang an die «Original Basler Läckerli».

Cola-Frösche statt -Flaschen

Irgendwann änderte Klein seinen Vornamen, nannte sich nun André und heiratete Emelie Leonie Zurbrügg. Aus dieser Ehe stammten drei Töchter und ein Sohn.

Ein ebenfalls weitsichtiger Berner importierte nicht nur Autos aus den USA, sondern ab 1936 ein Getränk, das er auf einer Geschäftsreise kennen gelernt hatte. Es trug den Namen Coca-Cola und wurde innert kürzester Zeit hierzulande zum Verkaufsschlager.

Geschäftsmann Klein tüftelte an der Idee, den Geschmack dieses immer beliebter werdenden amerikanischen Getränkes in einer veränderten Form in den Mund zu bringen. So vermengte der Meiringer in seinem Basler Confiseriebetrieb Zucker- und Glukosesirup, Wasser und Caramelsirup, erhitzte diese Masse auf 130 Grad, fügte natürliches Cola-Aroma (woraus dies gewonnen wird, bleibt ein Firmengeheimnis) bei und formte daraus rund fünf Gramm schwere, auf dem Bauch liegende Fröschli. Die Form wählte Klein, um ­besonders die Kinder anzu­sprechen.

Ein süsser Dauerbrenner

Seit 2007 ist das Läckerli-Huus im Besitz von Miriam Baumann. Im Zuge der Fokussierung auf die Hauptmarke Läckerli-Huus verkaufte die Lebensmittelingenieurin die Traditionsmarke Cola-Fröschli an die Egli Import AG in Effretikon. Diese Erfindung kann heuer, bei unveränderter Rezeptur in all den Jahrzehnten, nicht nur ihren 80. Geburtstag feiern, sondern ist auch seit zehn Jahren auf der Liste des kulinarischen Erbes der Schweiz.

Party und Wettbewerb

Und noch immer, nach all den Jahren, ist das Taschengeld von Schulkindern nicht sicher vor den süss-braunen Hartbonbons in der Fröschli-Form. Der Erfolg liegt vielleicht daran, dass das süsse Fröschli bei Erwachsenen nostalgische Gefühle und Kindheitserinnerungen weckt. Erhältlich sind sie in Bäckereien, an den Kiosken und im Detailhandel. Ihren 80. Geburtstag wollen die Cola-Fröschli mit vielen Kindern feiern. Es gibt eine grosse Party und einen Malwettbewerb.

Mehr zum Wettbewerb unter www.egli-import.ch.

Berner Oberländer

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