Harder und Co. schreiben an Erfolgsgeschichte mit

Im 2018 erzielten die Jungfraubahnen mit dem Gewinn von 47,8 Millionen das beste Ergebnis in ihrer 106-jährigen Geschichte. Ein Rekordergebnis fuhr auch die Harderbahn ein.

Blick auf den Harderkulm samt Restaurant Terrasse und hinunter auf den Westteil des Bödeli mit Thunersee.

Blick auf den Harderkulm samt Restaurant Terrasse und hinunter auf den Westteil des Bödeli mit Thunersee.

(Bild: PD/ Jungfraubahnen)

Als «fast unheimlich» bezeichnete Urs Kessler, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Jungfraubahn Holding AG, in Bern das Ergebnis 2018 der Harderbahn. «Die kleinste aller Holdingbahnen im Segment Erlebnisberge beförderte 21 Prozent mehr Passagiere als 2017 und erzielte damit einen erneuten Passagierrekord», sagte Kessler an der Bilanzmedienkonferenz im Hotel Schweizerhof in Bern.

Nur wenige Tausend Franken unter der Drei-Millionen-Grenze beträgt deshalb der ausgewiesene Gewinn. «Neben dem attraktiven Produkt ist die kurze Reisezeit ab Interlaken der Schlüssel zum Erfolg», begründete Kessler unter anderem das Topergebnis.

18,2 Prozent mehr Frequenzen gegenüber dem Vorjahr konnten auch für die Firstbahn verbucht werden, so Kessler. Daraus resultierte mit 10,9 Millionen Franken der höchste Verkehrsertrag in deren Geschichte. Um 8,5 Prozent konnte der Verkehrsertrag bei der Bergbahn Lauterbrunnen-Mürren gesteigert werden.

Leuchtturm Jungfraujoch

Der Netto-Verkehrsertrag von 111,8 Millionen Franken (+ 4,3 Prozent) bedeutet Rekord beim Ausflugsverkehr auf das Jungfraujoch. «Hier hat sich die intensive Marktbearbeitung, insbesondere in Asien, sowie die Diversifikation der Märkte ausbezahlt», kommentierte Kessler das Ergebnis.

Mit 1,067 Millionen Besuchern reisten 2018 zum dritten Mal über eine Million Gäste aufs Joch. Zusammengefasst erwirtschaftete die Jungfraubahn-Gruppe 2018 einen Betriebsertrag von 212,8 Millionen Franken.

«Die kurze Reisezeit ab Interlaken der Schlüssel zum Erfolg.»Urs Kessler zum Ergebnis der Harderbahn

Dies entspricht einem Zuwachs von 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Erstmals wurde beim Umsatz die 200-Millionen-Marke übertroffen. Bei der wichtigsten Ertragsquelle, dem Verkehrsertrag, verzeichnete das Unternehmen mit 153,8 Millionen (+ 7 Prozent) einen Höchstwert. «Bestes Ergebnis ihrer Geschichte» bedeutet der ausgewiesene Gewinn von 47,8 Millionen Franken.

Neues Hotel in Grindelwald?

CEO Urs Kessler wies auf die Bedeutung des V-Bahnprojekts hin und will die Bahngruppe «zu einem integrierten Freizeit- und Serviceunternehmen» weiterentwickeln. Für den Bau eines Drei-Stern-Hotels in Grindelwald-Grund ist die Bahn mit einem Investor im Gespräch. Dieser soll laut Kessler auch den Fünfstern-Betrieb «Regina» übernehmen, damit dereinst rund 720 Hotelzimmer angeboten werden können.

«Ein Entscheid fällt im kommenden Monat», sagte Kessler, und betonte, dass die Bahn zwar Grundeigentümerin ist, aber keinesfalls ins Hotelgeschäft einsteigen wird. Auf die Eröffnung der V-Bahn hin sollen weitere Shops in Eigenregie entstehen, auch in Interlaken.

Die Bahn hat darum ein Gebäude der Berner Kantonalbank an bester Lage gekauft. Der Preis dafür wird vorläufig nicht genannt. Die Berner Kantonalbank ist mit einem Anteil von 14 Prozent grösste Aktionärin der Bergbahn.

Rüge der Finanzmarktaufsicht

Letztes Jahr war die Jungfraubahn von der Finanzmarktaufsicht gerügt worden, weil sie zwischen 2014 und 2016 jeweils den Jahresendkurs ihrer Titel durch Verkäufe eigener Aktien manipuliert habe.

Die Unternehmensführung wollte so nach ihren Angaben einer übermässigen Kurshausse entgegenwirken, damit die Aktie nicht zum Spekulationsobjekt werde und die Unabhängigkeit der Firma nicht in Gefahr gerate.

Die Jungfraubahn habe Massnahmen zur Verbesserung der Abläufe und internen Kontrollen beim Handel von eigenen Aktien beschlossen und umgesetzt, sagte Verwaltungsratspräsident Thomas Bieger am Donnerstag an der Bilanzmedienkonferenz in Bern.

Eigene Aktien muss das Unternehmen aber weiterhin kaufen, um die Beteiligungsprogramme zu bedienen. So hat Konzernchef Urs Kessler im letzten Jahr Aktien für rund 123'200 Franken erhalten. Gesamthaft betrug seine Vergütung 855'473 Franken. Das sind 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr.

Hans Urfer

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