Illegal ausgebautes Weidhaus muss abgerissen werden

Saxeten

Der Ausbau eines Weidhauses war illegal. Das hat das Verwaltungsgericht entschieden. Der Besitzer muss es abreissen.

Ein Weidhaus in Saxeten muss wieder abgerissen werden.

Ein Weidhaus in Saxeten muss wieder abgerissen werden.

(Bild: Bruno Petroni)

Klotzen statt kleckern: Nach diesem Grundsatz handelte ein Mann im östlichen Oberland, wie ein am Donnerstag veröffentlichtes Urteil des bernischen Verwaltungsgerichts zeigt. Nachdem eine Lawine das Weidhaus des Mannes stark beschädigt hatte, führte er – ohne Baubewilligung notabene – am und im Weidhaus grössere Bauarbeiten aus.

Auf die Rüge der Gemeinde hin reichte er zwar ein nachträgliches Baugesuch ein, zog dieses aber wieder zurück. Denn laut dem Amt für Gemeinden und Raumordnung des Kantons war das Projekt in der Landwirtschaftszone nicht zonenkonform.

Die Gemeinde verzichtete in der Folge aber auf die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands, der Abbruch des Gebäudes erscheine nämlich unverhältnismässig. Der Mann müsse aber das Weidhaus unbewohnbar machen, nämlich die Kücheneinrichtungen und Schlafstellen beseitigen und die Fenster verrammeln.

«Chaletartiger Neubau»

Doch das ging dem Bundesamt für Raumordnung nicht weit genug: Das Weidhaus müsse vollständig abgebrochen werden – und das sah auch die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kanton Bern so und erliess eine Wiederherstellungsverfügung. Gegen diese wehrte sich der Mann vor dem Verwaltungsgericht. Vergeblich, wie das Urteil nun zeigt. «Anstelle des vorbestehenden einfachen Weidehauses steht heute ein massiver, chaletartiger Neubau», hält es fest.

Der Mann habe nicht nur das Dach und zwei Fassaden komplett ersetzt, sondern zusätzlich Teile der anderen beiden Fassaden. Zudem sei auch das Gebäudeinnere vollständig neu.

Vor dem Verwaltungsgericht machte der Mann geltend, dass am Abbruch des sanierten Weidhauses kein erhebliches öffentliches Interesse bestehe. Er sei mit Blick auf den Schutz weidender Tiere und vorübergehender Wanderer vielmehr verpflichtet gewesen, das einsturzgefährdete Weidhaus zu sanieren.

Doch das sieht das Verwaltungsgericht anders: Es bestehe sehr wohl ein erhebliches öffentliches Interesse an der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes – komme dem konsequenten Vollzug des Baurechts ausserhalb des Baugebiets doch besondere Bedeutung zu. Würden in der Landwirtschaftszone illegal errichtete Bauten nicht beseitigt, sondern auf unabsehbare Zeit geduldet, werde der Grundsatz der Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet infrage gestellt und rechtswidriges Verhalten belohnt.

Abbruch bis Ende Juli

Daran ändere auch nichts, dass der Mann geltend mache, der Abbruch des Weidhauses und die Rekultivierung des Geländes würden mit insgesamt 44000 Franken zu Buche schlagen.

Milde lässt das Gericht allerdings in einem Punkt walten: «Mit Blick darauf, dass die Abbrucharbeiten nicht im Winter stattfinden können und für den Abtransport des Materials angeblich Helikopterflüge erforderlich sein werden, wird die Wiederherstellungsfrist auf Ende Juli 2019festgesetzt», schreibt das Verwaltungsgericht. (sgt/sda)

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