Ja zum Forst und zur Schiessstandsanierung

Die Gemeindeversammlung von Lauterbrunnen stimmte dem Gemeindeverband Forst Lütschinentäler und der Sanierung der Schiessanlage bei der Buche zu.

Lauterbrunnens Gemeindepräsident Martin Stäger.

Lauterbrunnens Gemeindepräsident Martin Stäger.

(Bild: Bruno Petroni (Archivbild))

Altlasten und neue Schieben: Unter den 53 Teilnehmenden an der Gemeindeversammlung von Lauterbrunnen waren viele Schützen, wie Gemeindepräsident Martin Stäger feststellte. Es ging um die Sanierung der Schiessanlage bei der Buche.

Einerseits steht die Kugelfangsanierung an, die geschätzt 302 000 Franken kosten wird, andererseits sind bei zehn Scheiben der Ersatz der Trefferanzeige und künstliche Kugelfänge geplant. Bei Schiessanlagen sind die Gemeinden zu einem Beitrag verpflichtet.

Bei den Altlasten (Blei in den Böden, in die geschossen wurde), gibts grosse Beiträge von Bund und Kanton (aus dem Abfallfonds). Der Beitrag der Gemeinde an die Sanierung macht 41 200 Franken aus, an die Erneuerung der Scheiben übernimmt sie 145 390 Franken.

2015 hat Lauterbrunnen ­seine zwölf Schiessplätze untersuchen lassen, nur bei fünf muss der Kugelfang aufwendig saniert ­werden.

Wie die Feldschützen Lauterbrunnen zur Sanierung beitragen, ist noch offen. Es brauche spezielle Massnahmen, die der Vereinsvorstand eingeleitet habe, sagte der zuständige Gemeinderat Christian Wyss. Der Gesamtkredit der Gemeinde von 186 590 Franken war unbestritten. 2015 hat Lauterbrunnen ­seine zwölf Schiessplätze untersuchen lassen, nur bei fünf muss der Kugelfang aufwendig saniert werden.

Sitz des Forstbetriebs

Unbestritten war auch die Gründung des Gemeindeverbands Forst Lütschinentäler. Lauterbrunnen wird Sitzgemeinde. Die Gemeinde hat einen gut funk­tionierenden Forstbetrieb, der auch Lernende ausbildet. 34 Prozent des Waldes, der künftig von einem professionellen Betrieb ertragsorientiert bewirtschaftet werden soll, liegt auf dem Gemeindegebiet von Lauterbrunnen.

Als Träger ist ein Gemeindeverband mit Gsteigwiler, Gündlischwand und Lütschental und der Burgergemeinde Wilderswil vorgesehen. Sitz des Betriebs ist Lauterbrunnen. Gefragt wurde an der Versammlung nach bestehenden Rechten wie der Entnahme von Holz für die Alpbetriebe, die laut Förster Ralf Schai genau so bleiben, wie sie bisher waren. Der Beschluss zur Gründung des Gemeindeverbandes war einstimmig. Lauterbrunnen bringt seine Forstmaschinen als Betriebskapital ein.

Viel Gewinn dank Aktien

Ein bisschen wie von einem andern Stern mutet die Gemeinderechnung 2017 an. Im allgemeinen Haushalt (steuerfinanziert) wurde bei einem Aufwand von 16,76 Millionen Franken ein Ertragsüberschuss von 1,7 Millionen Franken erzielt. Ein grosser Teil davon geht aber, wie Gemeinderat Kurt Herren ausführte, ­darauf zurück, dass gemäss des Rechnungsmodells HRM2 Aktien nach ihrem aktuellen Wert gebucht werden müssen. Lauterbrunnen hat sowohl Jungfraubahnen- wie auch Schilthornbahn-Aktien.

Mehreinnahmen von 696 048 Franken gegenüber dem Budget gab es bei den Steuern. Alle Spezialfinanzierungen schliessen positiv ab, zum Teil auch wegen noch nicht getätigter Investitionen, sodass im Gesamthaushalt ein Ertragsüberschuss von 2,59 Millionen Franken zu Buche steht.

Mehrwert wie bisher

Faktisch gibts mit dem neuen Mehrwertreglement keine grossen Änderungen. Lauterbrunnen schöpft bei Neueinzonungen und Umzonungen einen Mehrwert von 25 Prozent ab; bei Aufzonungen wird auf eine Mehrwert­abschöpfung verzichtet.

Beim Gesamtprojekt Ertüchtigung der ARA Lauterbrunnen, das 2015 bewilligt worden war, war keine neue Schlammentwässerung vorgesehen. Da ein Totalausfall der 30-jährigen Anlage droht, sprach die Versammlung einen Kredit von 406 000 Franken für eine neue Schlammpresse. Die ­defekte Sauberwasserleitung im Chriechenbach Wengen hat sehr wahrscheinlich zu Böschungserosionen und Materialmobilisation geführt. Sie wird jetzt für 251 000 Franken saniert.

Heli-Sache läuft

Fragen aus der Versammlung betrafen ein Alpgebäude Saus, das der Skiclub gemietet hat, und die Situation mit der Air-Glaciers und der Beo Helicopter AG. In beiden Angelegenheiten laufen intensive Gespräche, wie Martin Stäger und Christian Wyss orientierten. Entschieden ist noch nichts.

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