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Jede Menge Feuer und Charme zum Festivalauftakt

Das Guarneri Trio Prag eröffnete die 15. Mendelssohn-Musikwoche. Es stellte Felix Mendelssohns Klaviertrio Wolfgang Amadeus Mozart gegenüber.

Drei begeisternde Musiker (v.l.): Pianist Ivan Klansky, Violinist Cenek Pavlik und Cellist Marek Jerie.
Drei begeisternde Musiker (v.l.): Pianist Ivan Klansky, Violinist Cenek Pavlik und Cellist Marek Jerie.
Heidy Mumenthaler

Beatrix Jerie, künstlerische Leiterin, eröffnete am Samstag gut gelaunt die Mendelssohn-Musikwoche Wengen, die zum 15. Mal stattfindet. Und seit 2012 beehrt eines der weltbesten Klaviertrios, welches 1986 gegründet wurde, das kleine, aber feine, bis ins Ausland bekannte Festival. Die stimmungsvolle Kirche Wengen war bis auf den allerletzten Platz besetzt, als das phänomenale Trio für einen genussvollen Auftakt sorgte.

Vital und einfühlsam

In der Wiedergabe von Mozarts letztem Klaviertrio G-Dur überzeugte das transparente und vitale Zusammenspiel. Melodische und heitere Einfälle sowie die kunstvolle Struktur kamen in klar geführten Melodielinien und in wienerischem Charme zum Ausdruck. Wohltuend hörte sich die tonliche Qualität auf den kostbaren Instrumenten (Cenek Pavlik, Violine, Marek Jerie, Violoncello) und vom unglaublich lebhaft und zugleich einfühlsam mitgehenden, locker spielenden Pianisten Ivan Klansky an.

Ausgeschöpfte Farbenpracht entfalteten die Musiker in Mendelssohns populärem Meistertrio d-Moll op. 49. Souverän zwischen zarter Leichtigkeit und kraftvollen Strichen changierend und die dynamischen Nuancen delikat auslotend, liess das Trio schöpferische Begeisterung durchblicken: stets präsent, brillant, von jugendlichem Schwung erfüllt, bis hin zum idyllischen, gesanglichen, an ein Lied ohne Worte erinnernden bis perlenden Klavierpart. Unübertrefflich wirkte die Ausdruckskraft des geschmeidigen, hellen Klavierparts von Ivan Klansky und der warmen bis elfenhaften Streicherklänge. Die Intensität und Spielfreude der drei löste grosse Begeisterung aus.

Konzertante Triostimmen

Mit leidenschaftlichen Ausbrüchen und grosser Dramatik stimmte das Guarneri Trio ins berühmte Klaviertrio Nr. 2 c-Moll ein. Die Herren mit bestem Jahrgang bewiesen, dass sie sich fit und jung fühlen. Sie verzauberten das Publikum mit stürmischer bis poetischer Musik Felix Mendelssohns.

Ob in rasanten halsbrecherischen Läufen oder einem friedvollen Andante espressivo, stets begeisterte das Spiel im abgestimmten Zwiegespräch der Partner mit grossen Steigerungen und fein balanciertem Gespür: einerseits souverän, zwischen zarter Leichtigkeit und dramatischem Strich wechselnd, andererseits bis ins Detail gestaltet mit dynamischen Nuancen. Sensibel ausleuchtend verwandelten die drei Musiker jeden einzelnen Satz in ein kostbares Kleinod. Jede Menge Feuer war im Spiel, aber wie im Scherzo auch eine gehörige Portion Charme.

Erst nach frenetischem Applaus und nach einer Kostprobe aus Fanny Mendelssohns Klaviertrio als Zugabe liess das Publikum das mitreissende Dreierteam weiterziehen.

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