Jung, innovativ, erfolgreich

Interlaken

Partys organisieren, Kräutertee verkaufen: Zwei Start-up-Firmen des Gymer Interlaken schrieben heuer schwarze Zahlen. Drei neue Firmen sind nun am Start, unterstützt vom Verein Seilschaft.

Frisch gestartet mit innovativen Ideen: Die CEOs (v. l.) Patrick Mendes (Kibaku Leuchtkörper), Jan Bleuer (Triple C Käsespezialität) und Joël Feuz (Experience Plus – Arbeitsvermittlung).

Frisch gestartet mit innovativen Ideen: Die CEOs (v. l.) Patrick Mendes (Kibaku Leuchtkörper), Jan Bleuer (Triple C Käsespezialität) und Joël Feuz (Experience Plus – Arbeitsvermittlung).

(Bild: Monika Hartig)

Drei tolle Partys für Jugendliche ab 16 in der Interlakner Riff Raff Bar: Die Partyorganisation Da­lacy machte im Geschäftsjahr 2016/2017 bereits 744 Franken Gewinn. Und auch der Vertrieb von 38er-Eistee, natürlichem, lokalem «Kräuterboaster», schloss mit einem Plus von 758 Franken.

Die Start-up-Firmen, aufgebaut von Schülerinnen und Schülern im Fach Wirtschaft und Recht des Gymnasiums Interlaken, wurden unterstützt vom 2016 gegrün­deten Verein Seilschaft. Lehrer Martin Grunder: «Dieser Verein soll mit den ersammelten Mitteln die unternehmerische Tätigkeit am Gymnasium Interlaken, zusammen mit der Wirtschaft der Region, ermöglichen.»

Visionen werden Wirklichkeit

Die Vereins-T-Shirts sind bedruckt mit «Stop wishing, start doing». Am Dienstag fand die Generalversammlung im Hotel Victoria-Jungfrau mit zahlreichen Teilnehmern statt. Martin Grunder: «Junge Unternehmer sollen sich ein Produkt ausdenken, entwickeln und schauen, ob es sich auf dem Markt bewährt.» Dazu müssten sie eine Firma in Form einer AG gründen.

Der Verein Seilschaft sei eine juristische Person im privaten Recht, das Dach für die jungen Firmen, um all­fällige Verluste zu kompensieren und eigene Mittel zu äufnen. Grunder gab Beispiele aus der Start-up-Praxis, so etwa rechtliche Probleme bei der Produktion des Eistees. Die Jungunternehmer sammeln mit dem Betrieb einer Minifirma wertvolle Er­fahrungen: Firmenlogos kreieren, Organisation, Marketing, Preiskalkulation, doppelte Buchhaltung, Umgang mit Lieferanten und Kunden.

Drei neue Geschäftsideen

«Es war schwierig, lokal noch eine Marktlücke zu finden», erklärte CEO Joël Feuz von der neu gegründeten Arbeitsvermittlung Experience Plus. Das fünfköpfige Firmenteam wolle lokale Firmen direkt ansprechen, ob sie regelmässige Neben- oder Ferienjobs für Jugendliche auf Hilfsarbeiterniveau zu vergeben hätten, so Feuz. Man denke dabei etwa an Arbeiten auf dem Bau oder als ­Lagerist in Produktionsfirmen.

Dafür will man eine Website einrichten. Eine neue Idee für Innendeko: Lampen in Holzscheiten aus zersägten lokalen Baumstämmen will die Firma Kibako auf den Markt bringen; der japanische Name bedeutet Kosmos. Die handwerklich aufwendigen Leuchtmittel sollen in der Werkstatt der Grosseltern eines Firmenmitglieds entstehen. Der Firmenslogan: «Wir wollen Ihnen Tag und Nacht erhellen.»

Neue Käsespezialität

Eine in den USA beliebte Spe­zialität, frittierte Käsebällchen aus Cheddar, soll nun lokal mit Schweizer Käse ein Hit werden, hofft das achtköpfige Team der Firma Triple C (Cheese Curds Company). CEO Jan Bleuer: «Absatzwege sind etwa die Mensa des Gymnasiums oder lokale Hotels und Restaurants.

Geplant ist zudem ein Verkaufsstand hier in Interlaken.» Die erste Version der leckeren Bällchen entstand in Zusammenarbeit mit der Molki Meiringen und konnte beim anschliessenden Apéro degustiert werden. Dazu wurde der ­38er-Eistee, hergestellt im Restaurant Alpenblick Wilderswil, gereicht.

Berner Oberländer

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt