Kanton hilft mit beim Schutz vor Brienzer Wildbächen

Brienz

Der Grosse Rat bewilligte am Mittwoch einen Kredit für forstliche Massnahmen im Einzugsgebiet der Brienzer Wildbäche. Damit sollen zukünftige Murgänge reduziert werden.

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Der Grosse Rat des Kantons Bern bewilligte am Mittwoch mit 126 Ja-Stimmen einen Verpflichtungskredit in Höhe von 1,4 Millionen Franken für ein forstliches Verbauungs- und Aufforstungsprojekt im Einzugsgebiet der Brienzer Wildbäche.

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 2,5 Millionen Franken wovon knapp über 1 Million Franken voraussichtlich vom Bund und 475'000 Franken von den Gemeinden Brienz, Schwanden und Hofstetten übernommen werden. Mit dem Kredit sollen die notwendigen Instandstellungs- und Pflegearbeiten innerhalb des Projekts für die kommenden fünf Jahre gewährleistet werden.

Gefahr durch Klimawandel

Bereits seit mehreren Jahrhunderten wird das Siedlungsgebiet der Gemeinden Brienz, Schwanden und Hofstetten durch die Brienzer Wildbäche bedroht. Im Mittelalter wurden in den Einzugsgebieten der Wildbäche grosse Waldflächen gerodet. Diese grossflächige Enwaldung führte insbesondere im 18. und 19. Jahrhundert zu grossen Murgängen. Seit über einem Jahrhundert werden nun in den betroffenen Gebieten umfangreiche Verbauungs- und Aufforstungsarbeiten durchgeführt um das Risiko zu reduzieren.

Nach mehr als hundert Jahren mit geringer Murgangsaktivität verloren jedoch am 23. August 2005 bei einer Murgangskatastrophe zwei Frauen ihr Leben, elf Häuser wurden zerstört und über zweihundert weitere Gebäude beschädigt. Durch die Auswirkungen der Klimaerwärmung sei zu befürchten, dass mittlere und grosse Ereignisse dieser Art in Zukunft häufiger auftreten werden.

Die konkreten Massnahmen des Projektes umfassen deshalb die minimale Pflege zur Erhaltung stabiler Aufforstungsbestände, Aufforstungen im Schutze von Gleitschneeverbauungen, den Einbau von losem Geschiebe in Drahtsteinkörben, Erosionsschutznetze sowie die Instandstellung bestehender Verbauungen, der wichtigen Verbauungswege und von Entwässerungsgräben und Leitdämmen.

iek

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