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Kommt es zur Enteignung?

Die Gemeinde Matten plant die Erschliessung des Unterdorfs. Diese könnte über Interlakner Boden gehen.

Noch ist unklar, über welchen Weg die Parzelle zwischen Lärchenweg, Klostergässli und Alpenstrasse erschlossen würde.

Im vergangenen Dezember lehnte die Mattner Gemeindebevölkerung mit 166 Nein- zu 13 Ja-Stimmen die Überbauungsordnung Unterdorf ab. Sie hätte die Überbauung des Grundstücks Lärchenweg 21, des parkähnlichen ­Geländes zwischen Lärchenweg, Klostergässli und Alpenstrasse, geregelt. Das Bauvorhaben des Thuner Architektenbüros Helmlearchidea AG wurde versenkt.

Jetzt hat die Gemeinde Matten ein Erschliessungsvorhaben (Überbauungsordnung «Erschliessung Unterdorf») publiziert. Die Gemeinde sei von Gesetztes wegen verpflichtet, Bauland «baureif» zu erschliessen, schreibt die «Jungfrau Zeitung». «Dies, weil es Bauland in der Wohnzone W2 ist», erklärt Mattens Bauverwalter Christian Abbühl auf Anfrage. Die Erschliessung könne an Private übertragen werden, was hier der Fall ist.

Die Architekten gingen mit den Gemeinden Inter­laken und Matten einen Erschliessungsvertrag ein – und treten 200 Quadratmeter gratis an die Gemeinde ab. Die künftige Erschliessung würde auf Kosten der Bauherren gehen. Für die Erschliessung der Parzelle mit einem öffentlichem Zubringer eigne sich die Alpenstrasse wegen der Interlakner Zentrumsnähe mehr, womit auch die Gemeinde Interlaken involviert ist. Die Besitzer dreier Parzellen auf Interlakner Seite müssten enteignet werden dafür, die Strasse bauen zu können. Von rund 80 Quadratmetern ist die Rede.

Einsprachefrist läuft

Unzufrieden seien zwei Gruppen: einerseits die Landbesitzer in Interlaken, die eine Enteignung fürchten; andererseits die Mattner Bevölkerung, welche die Überbauungsordnung abgelehnt hatte und sich jetzt übergangen fühlt. Letztere muss sich wohl damit abfinden, dass die Gemeinde die Erschliessung von Gesetzes Wegen durchführen muss, unabhängig von der abgelehnten Überbauungsordnung.

Und auch was die Gemeinde Interlaken angeht, wurde eine entsprechende Überbauungsordnung bereits 2016 durch den Gemeinderat bewilligt. «Wir vonseiten Interlakens warten ab, bis wir Kenntnis über ein konkretes Projekt haben», sagt Gemeinderätin Sabina Stör.

Die Einsprachefrist für die Überbauungsordnung «Erschliessung Unterdorf» läuft noch bis zum 23. April. Die Gemeinde Matten weist darauf hin, dass die bereits eingegangenen Einsprachen zur Erschliessung, im Rahmen der Überbauungs­ordnung «Unterdorf», aufrechterhalten bleiben. «Neue Einsprachen sind bis jetzt nicht dazugekommen», sagt Christian Abbühl. Allfällige Einspracheverhand­lungen würde die Gemeinde am Donnerstag, 3. Mai, nachmittags durchführen.

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