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Kompetenzzentrum geplant

In den Lütschinentälern soll ein professioneller Forstbetrieb entstehen.

«Früher ging man einfach in den Wald, wenn man Holz brauchte», sagte Ralf Schai, der Revierförster von Lauterbrunnen, im Schulhaus Gündlischwand.

Die Gemeinden hatten zu einer Orientierung über die Gründung des Gemeindeverbandes Forst Lütschinentäler eingeladen, über die an den Gemeindeversammlungen in Lauterbrunnen, Gündlischwand, Gsteigwiler, Lütschental und der Burgergemeinde Wilderswil abgestimmt wird.

Die Gemeinden haben eines gemeinsam: der weitaus grösste Teil ihres Waldes ist Schutzwald. Und für dessen Pflege steht ihnen wenig Personal zur Verfügung. Dabei sind heute die Anforderungen für Waldarbeiten sehr hoch. Zudem braucht es Betriebe, welche gross genug sind, um Lernende ausbilden können, damit der Wald auch in Zukunft richtig gepflegt wird.

Auf Initiative der Förster Ralf Schai, Kurt Zumbrunn und Stefan Biermann befasste sich eine Arbeitsgruppe in den letzten zwei Jahren mit einem Zusammenschluss für die Gründung eines Wald-Unternehmens, dem die fünf öffentlich-rechtlichen Waldbesitzer ihren Wald als «Gebrauchsleihe» übergeben.

Der Gesamtbetrieb soll gewinnorientiert arbeiten. «Geplant ist eine Kompetenzzentrum Schutzwald», sagte Schai. Wenn alles wie vorgesehen läuft, könnte der Betrieb am 1. Januar 2019 seine Arbeit aufnehmen. Laut Businessplan wird mit einem Jahresumsatz von rund 1,3 Millionen Franken gerechnet. Es ist nicht vorgesehen, dass teure Holzerntemaschinen anschafft werden.

Die Zusammenarbeit für grössere Holzschläge mit privaten Unternehmen wird weitergeführt. Mit der Schaffung eines Waldunternehmens hoffen die Initianten auf eine grössere Planungssicherheit, und darauf, dass die nötige Fachkompetenz in den Tälern bleibt. Das Unternehmen kann forstnahe Dienstleistungen erbringen.

Alle Gemeinde- und Burgerräte haben der Gründung des Gemeindeverbandes Forst Lütschinentäler zugestimmt. Mit diesem Schritt soll die zukunftsgerichtete Bewirtschaftung der Schutzwälder in den Lütschinentäler gewährleistet werden.

Einige Fragen

Der Kanton, der sich eher aus dem betrieblichen Teil zurückzieht, stehe der Bildung eines grösseren Unternehmens positiv gegenüber, sagte Schai. Weitere Partner könnten sich später dem Gemeindeverband anschliessen, wenn alle Gründungsmitglieder einverstanden sind.

Ein Diskussionsthema war die genaue örtliche Definition der Waldstrassen, an welche der Betrieb künftig eine Entschädigung für die Nutzung zahlt. Weiter gings bei den Fragen aus dem Publikum um das Mitbestimmungsrecht der drei kleineren Partner im künftigen Verbands-Vorstand und um das Startkapital von 0,5 Millionen Franken, das die fünf Träger einbringen sollten.

Es könnte auf Widerstand stossen, weil einzelne Gemeinden schlecht bei Kasse sind. Gefragt wurde an der Orientierungsversammlung auch nach Rechten wie das Beziehen von Rundholz und Brennholz ab Stock.

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