Kontrast der Jahrhunderte

Spiez

Das Warten hat sich gelohnt. Die verspätete Eröffnung des Heimat- und Rebbaumuseums in Spiez schlägt mit den neuen Ausstellungen eine Brücke über Jahrhunderte.

Roland Maurer eröffnet die Sonderausstellung der Kontraste im Heimat- und Rebbaumuseum.

Roland Maurer eröffnet die Sonderausstellung der Kontraste im Heimat- und Rebbaumuseum.

(Bild: Guido Lauper)

Es schien, als wolle das Heimat- und Rebbaumuseum HRM beweisen, dass sein neues Dach dicht ist. Vermutlich zum ersten Mal in seiner Geschichte mussten die Besuchenden der Vernissage mitten im Grusswort des Präsidenten Roland Maurer ins Trockene flüchten. So entdeckten sie, wie viele Leute im restaurierten Trüel Platz fanden.

Die verspätete Eröffnung des HRM erklärte Maurer mit der Erneuerung des Daches. Für dessen rund 10000 neue Schindeln der Spiezer Unternehmer Marcel Brand mit seinem Team das Holz selbst ausgesucht, geschlagen und verarbeitet hatte. Wie das vor sich ging, zeigt der digitale Videokiosk, wo die Besucher aus vier, zum Teil historischen Filmen auswählen können. Das neue Medium bildet einen – gewollten – Kontrast zu den daneben platzierten über 100-jährigen Tourismuswerbeplakaten.

Die Sonderausstellung «Dampf auf See und Schiene, 1. Teil» zeigt vorwiegend Leihgaben. Unter den vorbildgetreuen Dampfmaschinen-Modellen vom Spiezer Roland Liebi lässt sich eine im Betrieb bewundern. Zu seinen Bildern der Thunerseeflotte hat der Merliger Marinemaler Uli Colombi expliziert für die Ausstellung die «Blüemlere» druckfrisch in Szene gesetzt.

Und mit verschiedenen seiner legendären Modelle weckt der Wimmiser Modellbauer Erich Liechti das Bedürfnis, seine Vorbilder möglichst bald auf dem See zu geniessen. Nächstes Jahr werde die Sonderausstellung ergänzt, versprach Roland Maurer. Heuer und künftig knüpft sie an die letztjährige Ausstellung zu den historischen Handelswegen via Haslital und Grimsel an.

Allerlei Leihgaben

Leihgaben sind unter anderem vom Schlossmuseum Thun zu sehen, von BLS Historic, Burgdorf, von der Thunerseewerft, vom Dampfmaschinenmuseum Winterthur, das Exponate vom ehemaligen Vaporama Thun beherbergt. Dass man das alles ins HRM bringen und hier ins rechte Licht rücken konnte, sei der Hilfe vieler Freiwilliger zu verdanken, freute sich Roland Maurer. Das gelte auch für die «Kleine Sonderschau Waagen + Wägen» mit über 30 Prachtstücken aus Apotheken, Labors und Spitälern.

HRM-Stiftungsrats- und Gemeindepräsidentin Jolanda Brunner doppelte nach. «Das Erfolgsgeheimnis des Museums sind die freiwillig Engagierten, was sich jetzt auch an der stark besuchten Vernissage zeigt.» Noch mehr Besucher im HRM erhofft sie sich durch die neue Aktion der Spiez Marketing AG mit dem abonnierbaren Wochenprogramm für Gäste und Einheimische.

Dass es «nur Hand in Hand» gehe, illustrierte sie anhand der Gönner und Stiftungen zur Finanzierung des Schindeldaches, dessen Erneuerung nach nur 15 Jahren 80000 Franken kostet und diesmal hoffentlich 30 Jahre halten sollte. «Die öffentliche Hand beteiligt sich mit 10000 Franken aus der Kasse der Kulturkommission» sagte Brunner und fügte an: «Das Zusammenbringen von Leihgaben ermöglicht, Neues zu schaffen.»

Das HRM ist bis Ende Oktober jeweils Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Infos: www.museum-spiez.ch

Berner Oberländer

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