Lauterbrunnen bietet der BEO Helicopter AG keine Unterstützung

Lauterbrunnen

In seiner Petitionsantwort teilt der Gemeinderat mit, der BEO Helicopter AG keine direkte Unterstützung mehr zu bieten. Er lässt die Absicht, zwei Helikopterunternehmen an einem Standort zu positionieren, fallen.

<b>Ein Helikopter der Air-Glaciers</b> vor der Basis in Lauterbrunnen.

Ein Helikopter der Air-Glaciers vor der Basis in Lauterbrunnen.

(Bild: Bruno Petroni)

Bruno Petroni

15 Tage vor Ablauf der gesetzlich vorgeschriebenen Frist gibt die Einwohnergemeinde Lauterbrunnen ihre Petitionsantwort zur Helikopter-Standortdebatte. In dieser distanziert sich der Gemeinderat von seinem ursprünglichen Beschluss vom Juni des letzten Jahres, der BEO Helicopter AG eine gemeinsame Nutzung des Flugfeldes mit der Air-Glaciers zu ermöglichen.

230 Unterschriften wirkten

Dieser Beschluss hat bekanntlich damals zu unterschiedlichen Reaktionen aus der Bevölkerung geführt; am 1. November 2017 übergab Urs Schäfer, Chef der örtlichen SAC-Rettungsstation eine von 230 Personen unterzeichnete Petition an Gemeindepräsident Martin Stäger. Schon damals sagte letzterer: «Eine Erneuerung des 36-jährigen Vertrags mit der Air-Glaciers ist so oder so fällig. Aber wir hätten unseren Bürgern besser erklären sollen, dass wir damit keinesfalls die Air-Glaciers aus dem Tal verdrängen wollen.»

Man sei davon überzeugt gewesen, dass es gut für die Talschaft wäre, wenn eine zweite ansässige Fluggesellschaft ab dem Heliport Lauterbrunnen Transportaufträge in die abgelegenen Orte und Plätze in der Talschaft sicherstellen würde, begründet der Gemeinderat in seiner gestrigen Medienmitteilung die Absicht vom letzten Jahr. Seit einigen Jahren sei zusammen mit der Air-Glaciers für den Heliport Lauterbrunnen der Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL) erarbeitet worden. Dieser sei am 28. Juni 2017 vom Bundesrat genehmigt worden.

«Eine Erneuerung des 36-jährigen Vertrags mit der Air-Glaciers ist so oder so fällig.»Martin Stäger

Der SIL definiert unter anderem die geltenden Rahmenbedingungen zum Betrieb des Heliports sowie den gültigen Flugplatzperimeter. Weiter ist darin die zulässige Anzahl Flugbewegungen festgelegt; derzeit sind dies jährlich 7700 Rotationen. In diesem Kontingent sind für Sport- und Freizeitflüge maximal 2500 Flugbewegungen zulässig.

Diese und weitere Vorgaben müssen nun in einem vom Flugfeldhalter zu erstellenden Betriebsreglement konkretisiert werden. Das Betriebsreglement wird abschliessend vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) genehmigt werden. Vor der Genehmigung erfolgt eine öffentliche Auflage mit Einsprachemöglichkeit.

Neuen Sachplan vorantreiben

Der Gemeinderat teilt mit, man sei sich bewusst, dass es für eine konstruktive Zusammenarbeit von beiden Seiten neue Signale braucht. Daher habe man sich dazu entschlossen, sich künftig an den Planungskosten zu beteiligen und andererseits das im Juni 2017 erklärte Ziel, auch BEO Helicopter ab dem Heliport operieren zu lassen, aufzugeben. Der Gemeinderat erhofft sich so den SIL-Prozess erfolgreich und im Sinne eines zukunftsgerichteten Helikopterbetriebs vorantreiben und abschliessen zu können.

Mit Unverständnis und Kopfschütteln ist die Absicht der Gemeinde vor einem Jahr in der Bevölkerung aufgenommen worden, die Standorte von Air-Glaciers und BEO-Helicopter zu vereinen; es sei aus wirtschaftlichen Gründen kein Platz für zwei Helikopterunternehmen.

Aus der Sicht der Air-Glaciers warf die Absicht des Gemeinderats gar grundsätzliche Fragen auf. Derweil beteuerte BEO Helicopter-Betreiber und Ex-Air-Glaciers-Basisleiter Christian von Allmen, er wolle die Air-Glaciers nicht bekämpfen, sondern nur seinen Traum vom Berufsfliegen ausleben.

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