«Mängisch tuet dis Pony doof»

Am Freitag veröffentlicht die Band Halunke mit dem Lauterbrunner Christian Häni ihren sechsten Tonträger. «Ponyhof» entstand zu weiten Teilen auf dem Schilthorn und enthält fünf Songs.

Christian und Anja Häni, die Chefs der Band Halunke, mit ihrem neuesten Album «Ponyhof». Dieses wird heute veröffentlicht.

Christian und Anja Häni, die Chefs der Band Halunke, mit ihrem neuesten Album «Ponyhof». Dieses wird heute veröffentlicht.

(Bild: Christoph Buchs)

Ein konventionelles Album ist «Ponyhof» nicht. Ein Intro, fünf Songs – sechs Stücke also, dann ist bereits Schluss. Es ist das Klang gewordene Ergebnis einer intensiven Woche im vergangenen August auf dem Schilthorn, wo sich Christian Häni, früherer Lead­sänger der Lauterbrunner Band Scream, und seine Frau Anja eingenistet haben.

In einer Lounge mit grosszügigen Panoramafenstern, mit Aussicht auf die eindrückliche Bergwelt, richteten sie ein kleines Tonstudio ein, schliffen an ihren Songs, in knapp 3000 Meter Höhe.

Die Sauerstoff- und Schlafbalance habe er inzwischen wieder gefunden, sagt Häni lachend. «Dort oben war es, als ob ich in einen Film eingetaucht wäre.» Vom frühen Morgen bis spät in die Nacht gab es eigentlich nur ein Thema, nur eine Arbeit: das neue Album. Heute Freitag wird es nun veröffentlicht, und Häni ist zufrieden. Mit dem Ergebnis ebenso wie mit dem Entstehungsprozess. «Es war eine Ausnahmesituation, ein kompletter Tapetenwechsel. Doch es hat mit uns gemacht, was ich mir erhofft habe.»

Die alpine Umgebung diente auch als Inspiration. Immer wieder sind kurze instrumentale Intermezzi zu hören. Häni schichtet Akkorde von Synthesizern zu sphärischen Klängen. Was als Überleitung zwischen den einzelnen Songs gedacht ist, würde sich auch wunderbar als musikalische Untermalung von Bergbahnen-Werbespots eignen.

Das meiste in Eigenregie

«Ds Läbe isch ä Ponyhof», singt Häni im titelgebenden Song, widerspricht also einem gängigen Sprichwort. «Aber mängisch tuet dis Pony doof.» So hart, wie man immer zu jammern in Versuchung gerät, ist das Leben also gar nicht, und die Probleme sind viel kleiner, als wir sie selber darstellen. Passend dazu der rockige, tanzbare Gitarrenrhythmus, der trotzdem irgendwie eine melancholische Stimmung erzeugen will.

In eine ähnliche Kerbe schlägt Häni im Song «Money», in dem er beschreibt, wie es sich trotz der fehlenden Millionen auf dem Konto ganz gut leben lässt. Weiter auf dem Album enthalten sind die als Single ausgekoppelten «Rote Teppich» und «Las Vegas, Sidney, Kapstadt» – beide bereits bekannt aus dem Radio.

Das leicht untersetzte, langhaarige Pony auf dem Plattencover hat ein bedrohliches Grinsen aufgesetzt. Es ist das Werk des Berner Grafikstudios Blackyard und eine der wenigen Komponenten des neuen Albums, die nicht Hänis Handschrift tragen. Songwriting, Aufnahme und Produktion, Mix, Vertrieb, Management, Booking – all das machen Christian und Anja Häni eigenständig unter ihrem Label namens «Der letzte Schrei».

Nur noch ein Hit fehlt

So funktioniert das Konzept der Band Halunke. «Wir sind die Chefs. Ich bin für die Musik zuständig, Anja für das Business», sagt Christian Häni. Dabei gibt es auch Berührungspunkte; beispielsweise ist Anja auf den Alben und an Konzerten als Backgroundsängerin zu hören.

Unterstützt werden die beiden von einem Team von rund zwanzig Leuten, dazu zählen Musiker, Fotografen, Filmer, Grafiker. Nächstes Jahr feiern Halunke bereits ihr 10-Jahr-Jubiläum.

Was ihnen noch fehlt, ist ein Hit – eine Hymne, die unzertrennbar mit dem Namen Halunke zu verbinden ist. Christian Häni, der auch Songs für andere Künstler schreibt (etwa den «Geissepeter» für Trauffer), hat das Zeug dazu, grosse Hits zu landen. «Mit dem Song allein ist es nicht getan; auch die Umstände müssen passen.» Eine wichtige Rolle spielen dabei nach wie vor die Radiostationen.

Vorerst geht es mit dem «Ponyhof» auf Tournee. Zehn Konzerte sind geplant, das erste am 1. Februar als Trio in der alten Moschti in Mühlethurnen, das letzte als sechsköpfige Band am 3. Mai im Hotel Wetterhorn in Hasliberg. Auch für das eine oder andere Festival im Sommer wollen sich Hänis empfehlen.

Was dann folgt, lassen sie noch offen. Sicher ist nur, dass die Halunke-Story auch nach dem sechsten Tonträger weitergeschrieben wird.

Das Album «Ponyhof» der Band Halunke ist ab Freitag in den Plattenläden sowie auf den gängigen Plattformen wie iTunes oder Spotify zum Download oder Streaming erhältlich. Weitere Infos: www.halunkeonline.ch.

Berner Oberländer

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