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Mozarts Totenmesse erschütterte tief

Ergreifend setzten Orchester, Chor und Solisten in der Mauritiuskirche in Saanen das Thema Tod und Unsterblichkeit musikalisch um.

Der Mauritius-Chor und das Orchester degli Amici am Osterkonzert in der Mauritiuskirche in Saanen.
Der Mauritius-Chor und das Orchester degli Amici am Osterkonzert in der Mauritiuskirche in Saanen.
Markus Bach / PD

Die traditionellen Osterkonzerte in der voll besetzten Mauritiuskirche in Saanen überraschten auch dieses Jahr mit Musik auf sehr hohem Niveau. Das Orchestra degli Amici und der von Roland Neuhaus einstudierte Mauritius-Chor wurden heuer vom renommierten Dirigenten Philippe E. Bach geleitet, der seinen abwesenden Bruder Michael vertrat.

Es war eine Freude, wie harmonisch das Orchester, mit seiner Konzertmeisterin Simone Roggen, auf die feinfühlige, nuancierte Stabführung und das Mienenspiel seines Gastdirigenten einging. In der bekannten Sinfonie Nr. 40 in g-Moll (KV 550) von Wolfgang Amadeus Mozart wurden Wehmut und Leiden zum Ausdruck gebracht, jedoch ohne Verzweiflung und Wut; wird die Trauer doch immer wieder durch einen Hauch von Zuversicht erhellt.

Ein solch wunderschöner Moment sind die Waldhornklänge im Menuett, klar und sauber interpretiert, die das Düstere kurz unterbrechen. Im Allgemeinen fiel auf, wie dieses Orchester nebst sehr guten Streichern über hervorragende Bläser verfügt.

Mythenumwobenes Requiem

Das Requiem in d-Moll (KV 626), die Totenmesse, die Mozart letztlich für sich selber schrieb, ist nicht nur das Vermächtnis eines der grössten Genies aller Zeiten, sondern eine Erkenntnis und Offenbarung für alle Menschen. Die Betroffenheit der Ausführenden wie des Publikums ist unbeschreiblich.

Auch die exakte historische Forschung erbrachte nie genau die volle Erkenntnis über die Fertigstellung der Fragmente, die Mozart hinterliess. Die letzten drei Sätze fehlten ganz und dürften aufgrund flüchtiger Notizen des grossen Meisters von seinem Schüler Süssmayr aufgeschrieben worden sein. Es ist nicht wegzuleugnen, dass damit ein Requiem, einzigartig, gewaltig und aussagekräftig, dasteht, das immer wieder unter die Haut geht.

Auch die vier Gesangssolisten Beatrice Villiger (Sopran), Astrid Pfarrer (Alt), Christoph Waltle (Tenor) und Raphael Jud (Bass) gehören in Saanen zur Konzerttradition. Ihre tragenden, geschmeidigen Stimmen sind harmonisch wunderschön abgestimmt. Zusammen mit dem tollen Orchester und dem stimmlich sehr ausgewogenen Chor, der das Geschehen ergreifend mitgestaltete, hinterliessen sie eine tiefgründig unfassbare und doch von kraftvoller Schönheit überstrahlte Sterbensbotschaft.

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