Neuer Präsident und neue Akzente

Adelboden

Gründungspräsident Beat Giauque ist erstes Ehrenmitglied des Vereins Swiss Chamber Music und gab den Stab an Peter Wüthrich weiter.

Der neue Präsident Peter Wüthrich (links) und sein Vorgänger, Beat Giauque.

Der neue Präsident Peter Wüthrich (links) und sein Vorgänger, Beat Giauque.

(Bild: zvg/Reto Koller)

Der einzige Wermutstropfen an der sechsten ordentlichen Mitgliederversammlung des Vereins Swiss Chamber Music Festival Adelboden wurde früh verdaut: Mit einem kleinen Defizit – die Erträge lagen um 1 Prozent unter der Planung – mussten die Verantwortlichen fertig werden. Die Versammlung machte es ihnen leicht und nahm die Rechnung ohne Diskussion an.

Dann aber gings positiv vorwärts. Den ersten Höhepunkt, so teilt der Verein mit, bildeten die Wahlen. Präsident Beat Giauque, der das Festival von Beginn weg zuerst als Mitglied des Patronatskomitees, dann unversehens als Vereinspräsident begleitet und gestaltet hat, hatte frühzeitig signalisiert, nach zwei Amtsperioden nicht mehr antreten zu wollen. Auch Jakob Schmid, ebenfalls ein Urgestein des Vereins und Urheber und Sponsor für die runderneuerte Homepage, war zu ersetzen.

Positive Bestandesaufnahme

Das hat den Präsidenten dazu bewogen, über seinen Jahresbericht hinaus ausführlicher auf die bisherige Geschichte des Festivals einzugehen. Zentral sind die personelle und die finanzielle Konsolidierung, die über die Jahre hinweg erarbeitet worden sind; das macht ihm das Abgeben leicht. Finanziell ist das Festival zwar alles andere als auf Rosen gebettet, aber, wie der Verein schreibt, «sein Profil, seine Qualität und seine zunehmende Reichweite stimmen die Verantwortlichen optimistisch». Und personell seien sowohl der überregionale Vorstand als auch das lokale Organisationskomite bereits bestens aufgestellt, und «die Nachfolger im Vorstand werden dieses Profil zu halten und zu stärken wissen».

Nach einer Präsentation seiner Fähigkeiten entlang seiner Leidenschaften – Kochen, Fliegen, Leiten – wurde Peter Wüthrich aus Biel einstimmig zum neuen Präsidenten gewählt. Er ist der Musik eng verbunden, ohne Insider zu sein – er war an der Sporthochschule in Magglingen während Jahrzehnten als Dozent für Kommunikation unterwegs. Jakob Schmid, der Wahl-Adelbodner, wird vom Einheimischen Reto Koller abgelöst. Seine Antrittsrede machte deutlich, wie wichtig ihm ein vielseitiges Profil seines Heimatdorfes Adelboden ist – Skiweltcup und Musikfestival seien eben keine Gegensätze, sondern ergänzten einander.

«Da Capo» und «Surprise»

Für das nächste positive Traktandum sorgte die Geschäftsführerin und Künstlerische Leiterin Christine Lüthi. Das kommende Festival werde Bewährtes weiterführen: Wiederum bilden drei in der Orpheus Competition preisgekrönte und drei weitere von dessen Jury empfohlene Ensembles den Kern des Festivals. Und wiederum finden Workshops und Anlässe für Kinder statt.

Neue Akzente werden gesetzt durch das Format «Da capo» (ein ehemaliges Preisträgerensemble kehrt zurück und lässt teilhaben an seinem weiteren Aufstieg) und durch ein vielleicht einmaliges «Surprise»-Konzert, das den Solocellisten des Berner Symphonieorchesters mit einer Bläserformation mit dem Cellokonzert von Friedrich Gulda in die Kirche von Frutigen bringt. Der Verbindung von Stilen, vor allem Klassik und Volksmusik wird die Treue gehalten, wenn die Stringendo Zürich mit der Jodlerin Nadja Räss eröffnen und die Wild Card den Thuner Kulturpreisträgerinnen Evelyn und Christina Brunner zugespielt wird. Zudem wird der Kreis der Spielorte erweitert – dieses Mal durch die Turnhalle in Adelboden.

aka/pd

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