Schnell schwimmen und ab in den Hotpot

Kandergrund

Nichts für Gfrörlis: Zum vierten Mal fand in Kandergrund das Blausee-Schwimmen zugunsten der Stiftung «Freude herrscht» statt.

Trotz eisigen Wassertemperaturen: Die Teilnehmer stürzen sich in den Blausee. Video: Keystone-SDA

Der schnellste und sportlichste CEO der Schweiz ist ein Berner aus Reichenbach, heisst Stefan Linder und hat an der 8. CEO-Olympiade in Arosa gewonnen. Er ist der Chairman der Blausee AG und macht selbst mit beim Blausee-Schwimmen. Dabei stürzt er sich mit 476 Angemeldeten aus sieben verschiedenen Nationen ins kalte Wasser.

Der jüngste Teilnehmer war 6 Jahre alt, der älteste hat bereits 79 Jahre auf dem Buckel. Nach dem grossen Erfolg der Blausee AG gefragt, antwortete Linder, dass mehr Marketing, eine geschickte Präsenz in den sozialen Medien Schub gab. Das Kleinod Blausee, die Gastronomie und Zimmer fanden weltweit Gefallen, die Gästeschar überrollte den idyllischen Ort.

Jedes Jahr mehr Zulauf

«Was als witzige Aktion für Tough-Cookies und herti Sieche begann, hat sich etabliert», meint Matthias Kuratli, Geschäftsführer der Stiftung Freude herrscht. Die Nachfrage zum Schwimmen war so gross, dass der Winteranlass seit einem Monat ausverkauft war. Anspornen, zuschauen und spenden konnte man immer noch. Alt-Bundesrat Adolf Ogi gab bereits während des Anlasses den Zwischenstand der Spenden mit 22’000 Franken bekannt. Die Kinder sind dankbar für die Beiträge an Sportveranstaltungen.

Die Berner Regierungsrätin Beatrice Simon musste letztes Jahr krankheitshalber passen, ist dafür dieses Jahr mit der Familie dabei und scheut die Kälte nicht, im Gegenteil, das löse einen Adrenalinschub aus, der aufwärme.

Die vierköpfige Familie Hug aus Lotzwil ist vorbereitet. Die elfjährige Ladina hat in der Aare trainiert, aber die letzten zwei Wochen nicht mehr. Sie kann Brustschwimmen, etwas Crawlen und den Hundsschwumm, lacht sie verschmitzt. Sie will einfach möglichst schnell die 42 Meter lange Strecke im 4,6 Grad kalten Wasser hinter sich bringen und dann ab in den Hotpot. Nach dem Umziehen erwartet das Team Schregi Vögu noch Wienerli, Suppe und Brot. Hoffentlich auch ein Zertifikat.

Das Kind im Manne

Der 52-jährige Michael Sailer aus Dällikon war schon früh da, weil er den Rummel scheut. Er geht gerne Bergsteigen, fährt Velo und denkt, dass fürs Schwimmen im See noch ein Stück Kind im Manne stecken muss. «Sicher ist es kalt», meint er lakonisch. Er nimmt das erste Mal teil und hat sich vorgenommen, einen Spurt ins Wasser zu machen nach dem Motto «Augen zu und durch».

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt