Zum Hauptinhalt springen

Nicht nur die BLS plant im «Bermuda-Dreieck»

Auf ihrem Land an der Bahnhofstrasse will die BLS einen Neubau mit Wohn-, Büro- und Dienstleistungsflächen realisieren. Derweil ist die Gemeinde mit verschiedenen Parteien im Gespräch über das an­grenzende Areal.

Um dieses Gelände geht es: Zwischen Bahngleisen und Bahnhofstrasse (links das Postgebäude) strebt die BLS einen Neubau mit Wohn-, Büro- und Dienstleistungsflächen an. Das 2527 Quadratmeter grosse Grundstück umfasst die alte Gewerbeliegenschaft im Hintergrund sowie den daran anschliessenden Parkplatz.
Um dieses Gelände geht es: Zwischen Bahngleisen und Bahnhofstrasse (links das Postgebäude) strebt die BLS einen Neubau mit Wohn-, Büro- und Dienstleistungsflächen an. Das 2527 Quadratmeter grosse Grundstück umfasst die alte Gewerbeliegenschaft im Hintergrund sowie den daran anschliessenden Parkplatz.
Jürg Spielmann
Ihr rot schraffiertes Land will die BLS überbauen. Auch das Postareal  bis hinunter zum Kronenplatz steht im Fokus. Gespräche laufen mit Coop.
Ihr rot schraffiertes Land will die BLS überbauen. Auch das Postareal bis hinunter zum Kronenplatz steht im Fokus. Gespräche laufen mit Coop.
zvg
1 / 2

Völlig neu ist die Absicht nicht, doch jetzt ist sie ebenso konkret wie offiziell: Die BLS AG will ihr Areal im Spiezer Zentrum überbauen. Auf dem 2527-Quadratmeter-Grundstück zwischen den Bahngleisen und der Bahnhof­strasse – es umfasst den alten Gewerbebau und den angrenzenden Parkplatz vis-à-vis der Post – soll dereinst gewohnt und gearbeitet werden. «Es ist eine Mischnutzung vorgesehen», bestätigt BLS-Sprecherin Helene Soltermann. Angedacht sei zudem, das bahneigene Parking Bärengraben zum Wohn-, Büro- und Dienstleistungsneubau hin zu erweitern.

Vor zwei Jahren hatten erste Bauabsichten für Konfusion und Unmut gesorgt, weil Mieter der BLS-Liegenschaft nicht eingeweiht waren. Das sei nun der Fall, versichert Soltermann.

Eigens Firma gegründet

Das Berner Bahnunternehmen hat vorgestern mit der Gründung der BLS Immobilien AG die Weichen gestellt, um Neubauten realisieren zu können. Die Aktien­gesellschaft ist zu hundert Prozent in Händen der BLS AG. Als Präsident fungiert Daniel Wyder, Leiter der BLS Netz AG. Mit der operativen Leitung ist Klaus Juch, Leiter Liegenschaften der BLS Netz AG, betraut.

Die Absicht der BLS ist es, ihre ehemaligen Bahnareale zu ver­golden. Gemäss einer aktuellen Mitteilung sieht sie bei sechs Grundstücken «besonderes Entwicklungspotenzial» – nebst Spiez: Burgdorf Steinhof, Burgdorf Suttergut, Bern Bümpliz-Nord, Liebefeld und Schwarzenburg. Das Transportunternehmen besitzt an diesen Orten zentral gelegene Grundstücke und Ge­bäude, die «im Zuge der Auto­mation und Fernsteuerung der Weichen und Signale nicht mehr für den Bahnbetrieb benötigt werden und brachliegen». Sie will dort Wohn- und Arbeitsraum schaffen – in Abstimmung mit den Standortgemeinden, wie die BLS betont. In den «nächsten zehn bis fünfzehn Jahren» würden die Areale weiterentwickelt und nachhaltig bewirtschaftet. Eigenständig. Denn mit den erzielten Ein­nahmen will die BLS künftig weitere Areale entwickeln respektive überbauen. Ein Geschäftsfeld, das die SBB schon lange betreiben.

Noch kein Wohnen möglich

Bei der Parzelle in Spiez stellt sich ein Problem: Das Land liegt in der Arbeitszone, eine Wohnnutzung ist nach heute geltender Bau­ordnung nicht zulässig. Die BLS strebt darum «in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde», wie Soltermann sagt, eine Um­zonung an. Einem BLS-Papier ist zu entnehmen, dass das politische Verfahren eine Realisierung ab voraussichtlich 2021 zulässt.

«Parallel zur Arealentwicklung finden Gespräche mit Coop statt.»

Jolanda Brunner, Spiezer Gemeindepräsidentin

Von Letzterem weiss zumindest die Spiezer Gemeindeprä­sidentin Jolanda Brunner (SVP) nichts. Vielmehr verweist sie auf die Planbeständigkeit, die nach der Ortsplanungsrevision Ende 2013 gewährt sein müsse. An einer revidierten Planung lässt der Kanton in aller Regel während rund einem Jahrzehnt nicht rütteln.

Auch Coop ist ein Thema

Gegenüber dem BLS-Areal liegt die Post, deren Gelände sich über die Grünfläche hinunter bis zum Kronenplatz erstreckt. Zusammen mit dem BLS-Grundstück ist dieses «Bermudadreieck» von grosser Bedeutung für die Entwicklung des Dorfkerns. «Die ­Gemeinde ist mit der BLS, der Post und weiteren Interessierten im Gespräch, wie man das ganze Areal entwickeln könnte», bestätigt Jolanda Brunner, was im Ort die Spatzen schon von den Dächern pfiffen. Ist auch der Grossverteiler Coop, dessen Platz­probleme am Standort Oberlandstrasse in Spiez ein offenes Geheimnis sind, ein Thema? Die Gemeindepräsidentin bejaht: «Parallel zur Arealentwicklung finden Gespräche mit Coop statt.» Ein Lösung in diese Richtung wäre für Spiez ein veritabler Glücksfall: Unlängst förderte eine externe Überprüfung der ­Situation im Kerngebiet zutage, dass das Zentrum und dessen ­Gewerbe ausbluten, wenn der Grossverteiler nicht in der Ortsmitte gehalten werden kann.

Wie Jolanda Brunner erklärt, ist der weitere Fahrplan heute offen. «Er wird mit allen Beteiligten definiert.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch