Nur noch 50'000 Franken bis zur neuen Ländte

Leissigen

Jetzt geht konkret etwas, um der maroden Schiffländte neues Leben einzuhauchen: Der gleichnamige Verein sammelt Geld, um das Projekt in einem zweiten Anlauf realisieren zu können.

Gibt es bald eine neue Ländte? Der Verein Schiffländte Leissigen sammelt 100'000 Franken, um den Bau der neuen Schiffanlagestelle zu finanzieren. Er hat bereits die Hälfte seines Zielbetrags erreicht.

Gibt es bald eine neue Ländte? Der Verein Schiffländte Leissigen sammelt 100'000 Franken, um den Bau der neuen Schiffanlagestelle zu finanzieren. Er hat bereits die Hälfte seines Zielbetrags erreicht.

(Bild: Bruno Petroni)

«Für Leissigen wäre es sehr schön, wenn bald wieder Schiffe hier halten könnten», sagt Beat Schneider, Präsident des Vereins Schiffländte Leissigen. Eigentlich hätte dieser Wunsch bereits im nächsten Sommer in Erfüllung gehen sollen, doch dann kam alles anders: Bei einem Tauchgang wurde festgestellt, dass die Schiffländte nicht bloss sanierungsbedürftig, sondern einsturzgefährdet ist und komplett rückgebaut werden muss. Ein Rückschlag, von dem sich die Leissiger nicht einschüchtern liessen.

Neues Projekt, neuer Schwung

Jetzt nimmt das Projekt wieder Fahrt auf. Wie das aktuelle Finanzierungskonzept Schiffanlegestelle Leissigen zeigt, sieht das neue Bauprojekt einen fast zehn Meter langen Steg aus einer Stahlkonstruktion mit Holzab­deckung vor. «Der Steg wird ungefähr so aussehen wie der in Einigen», erklärt Schneider. Da das Bauprojekt stark von der vom ­Gemeinderat bewilligten Variante, bei der die Ländte lediglich ­saniert werden sollte, abweicht, wird das Projekt im Juni erneut der Gemeindeversammlung vorgelegt.

Nicht nur das Bauprojekt, sondern auch das Budget musste den neuen Gegebenheiten angepasst werden. Statt rund 200'000 Franken wird das Projekt nun knapp über 400'000 Franken kosten. Für die Gemeinde komme es aber nicht zu Mehrkosten. «Wir hatten das Glück, dass sich die BLS dazu bereit erklärt hat, das Projekt statt mit 50'000 Franken mit 150'000 Franken zu unterstützen», sagt Beat Schneider.

Damit der vom Gemeinderat bewilligte Kredit von 150'000 Franken nicht angepasst werden muss, sammelt Beat Schneider mit dem Verein Schiffländte Leissigen die restlichen 100'000 Franken. «Wir haben schon ungefähr die Hälfte des Zielbetrags in Spenden zugesprochen bekommen», sagt Beat Schneider.

«Bis 31. März möchten wir nun auch die restlichen 50'000 Franken gesammelt haben.» Der Verein wird aus diesem Grund in den nächsten Wochen KMU und Privatperson um Spenden bitten und mit einem Crowdfunding starten.

Zwei Varianten wurden vorgestellt

Bereits einige Jahre zuvor machte sich in Leissigen das Anliegen breit, dass die Ländte in Leissigen wieder in Betrieb genommen werden soll. An der Gemeindeversammlung vom 27. Juni 2016 wurden aus diesem Grund zwei Optionen vorgestellt, mit denen die Ländte auf den neusten Stand gebracht werden könnte. Eine davon sah den Rückbau der bestehenden Ländte und die Errichtung einer Konstruktion aus Stahl und Holz in Form eines Stegs vor.

Die zweite Variante sah ein Verfahren vor, mit dem die bestehende Ländte hätte erhalten und saniert werden können. Der Gemeinderat entschied sich für die zweite Option und bewilligte einen Kredit von 150'000 Franken, der mit 50'000 Franken von der BLS ergänzt werden ­sollte.

Hoffnung auf Hochzeitsgäste und Tagestouristen

Nach der Einweihung der neuen Schiffsanlegestelle, die für den Frühling 2019 geplant ist, seien vorerst zwei regelmässige Kurse vorgesehen. Ausserdem sollen Kombiangebote entwickelt werden. «Wir haben schon ein sehr schönes Portfolio mit Kombiangeboten zusammengestellt», sagt Beat Schneider.

«Wir hoffen, dass die neue Ländte vor allem auch Hochzeitsgesellschaften ansprechen wird, die mit Extraschiffen bei der Ländte halten und in der Kirche Leissigen die Trauung abhalten. Es gibt nämlich nichts Schöneres, als mit einem Schiff nach Leissigen zu fahren und in dieser Kirche zu heiraten!» Auch die Panoramabrücke und die ­Alte Sagi sollen Tagestouristen an­locken. «Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir unser Ziel erreichen werden und Leissigen bald eine neue Attraktion haben wird.»

Berner Oberländer

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