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Ortsplanungsrevision: Entscheid im April?

Die zweite Fassung der Ortsplanungsrevision liegt noch bis Ende November öffentlich auf. Neben der Schaffung einer Hotelzone ist auch ein eigenes Ewap-Reglement geplant.

Wird im April über die zweite Fassung des Ortsplanungsrevision abgestimmt?
Wird im April über die zweite Fassung des Ortsplanungsrevision abgestimmt?
Brunp Petroni

Die Ortsplanung ist in Lauterbrunnen ein Dauerthema: Seit über sieben Jahren beschäftigt man sich mit deren Revision. Anfang 2014 erlitt das Geschäft einen argen Dämpfer, als die Gemeindeversammlung eine aus­gearbeitete Revision zurückwies. Hauptkritikpunkt war damals die vorgesehene Lenkungsabgabe auf Zweitwohnungen. Seither gingen verschiedene Gremien nochmals über die Bücher: 40 Sitzungen des Steuerungsausschusses sowie gesamthaft 21 Sitzungen von zwei Arbeitsgruppen fanden statt. Das Resultat: die derzeitige öffentliche Auflage des überarbeiteten Baureglementes inklusive der neuen Zonenpläne.

Ewap und Hotelzone

Insbesondere besteht Handlungsbedarf aufgrund der Zweitwohnungsproblematik: In Lauterbrunnen gibt es heute rund 1000 Erst- und doppelt so viele Zweitwohnungen. Der Gemeinderat befürwortet anstelle der ungeliebten Lenkungsabgabe einen gemeindeeigenen Erstwohnungsanteilplan: Der Ewap soll bei Erweiterungen von Wohnungen sowie generell bei Baugesuchen gelten, die ab 27. Oktober vollständig eingereicht wurden.

«Für die Abgabe von 800 Franken pro Quadratmeter können Wohnungen vom Zweckentfremdungsverbot befreit werden», so Ruedi Zumstein, Mitglied der Arbeitsgruppe, anlässlich einer Informationsveranstaltung im Gemeindehaus Hohsteg. Diese Ersatzabgabe sei zweckgebunden «für die Sicherstellung eines ausreichenden und den zeitge­mässen Ansprüchen genügenden Wohnungsangebots für die ansässige Bevölkerung». Wird eine Wohnung um mehr als 30 Prozent der bisherigen Fläche erweitert, greift der Ewap nach Bundesgesetz.

Weniger Baulandreserven

Ebenfalls vorgestellt wurde die neu geschaffene Hotelzone, die künftig verhindern soll, dass bestehende Hotels ohne weiteres umgenutzt werden. Zu reden gaben hier die vorgesehenen baupolizeilichen Masse: Ein kleiner Grenzabstand von drei und ein grosser Grenzabstand von sechs Metern sei für Hotelzonen zu gering, monierte ein Bürger. Gemeinderat Niels Graf verwies an die laufende öffentliche Auflage. «Macht Eingaben», appellierte er an die Anwesenden.

Infolge der angedachten Aus- und Umzonungen in Lauterbrunnen wird auch die Gesamtfläche der Wohnbaulandreserven deutlich verringert, nämlich von heute über 100 000 auf neu rund 77 000 Quadratmeter. Damit nähert sich Lauterbrunnen dem kantonalen Richtplan an.

Nach Ablauf der Auflagefrist (28. November) sind Einspracheverhandlungen für Dezember und Januar vorgesehen. Dann soll das gesamte Revisionspaket im Frühling vor die Gemeindeversammlung. Diese findet laut Gemeindepräsident Martin Stäger am 3. oder 10. April statt. Er hätte sich einen strafferen Zeitplan gewünscht. Einen Strich durch die Rechnung machte ihm nicht zuletzt das Amt für Gemeinden und Raumordnung, das sich für die Vorprüfung der Akten und den dazugehörigen Bericht vier Monate Zeit liess.

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