Pilotversuch der Umwelt zuliebe

Interlaken

Saubere Gewässer und Wälder, Haushalte ohne Giftmüll: Am Dienstag führt die Gemeinde einen Pilotversuch Sonderabfall durch, motiviert durch die Avag.

An drei Sammelstellen können Interlakner am Dienstag ihre Sonderabfälle abgeben.

An drei Sammelstellen können Interlakner am Dienstag ihre Sonderabfälle abgeben.

(Bild: PD)

«Alle Sonderabfälle, die richtig entsorgt werden, landen weder im Wald noch in unseren Gewässern. Und wir tragen mit dem Pilotversuch Sonderabfall dem Label Energiestadt Interlaken Rechnung», erklärt Andreas Michel, Werkhofchef im Bauamt Interlaken. Motiviert dazu hatte die Avag, die AG für Abfallverwertung.

«Derzeit versucht die Avag, Gemeinden in ihrem Einzugsgebiet zu motivieren, grössere Mengen Sonderabfall zu sammeln. Im Vordergrund steht der Umweltschutzgedanke. Pilotversuche etwa in Frutigen oder Kandergrund sind sehr gut gelaufen», teilt Werner Grossen, Mitglied der Geschäftsleitung und Bereichsleiter Marketing/Verkauf der Avag Thun, mit. Man plane weiter, künftig gemeinsam mit den Gemeinden regional organisierte und abgestimmte Sammlungen durchzuführen, so Grossen.

Zur Optimierung

Am Dienstag können Einwohner der Gemeinde Interlaken Sonderabfälle wie Farben, Reinigungsmittel, Pestizide, Medikamente oder Batterien aus privaten Haushalten an drei zentralen Sammelstellen bringen. «Wir staunen jeweils über die grossen Mengen, die abgegeben werden, vor allem an Farben und Lacken», so Werkhofchef Michel.

Am regulären Sonderabfalltag im April sammelte man nahezu neun Tonnen, in den Vorjahren jeweils zwischen acht und neun Tonnen ein. «Diese Abfälle stammten jedoch aus der Region Interlaken, bis hin zu Beatenberg und Därligen», so Michel.

Beschränkte Parkplätze

Das Pilotprojekt ist jedoch für Einwohner der Gemeinde Interlaken gedacht. Im Inserat im Amtsanzeiger wurden die Einwohner gebeten, ihre Gebinde mit Sonderabfall zu Fuss oder mit dem Fahrrad zu den Sammelstellen beim Ostbahnhof, auf dem Amman-Hofer-Platz oder bei der Reithalle Waldeggstrasse zu bringen.

Denn die Parkierungsmöglichkeiten für Autos sind beschränkt. Michel: «Wir wollen testen, wie das Pilotprojekt funktioniert und was optimiert werden muss.» Nach dem regulären Sonderabfalltag im April 2019 will man Bilanz ziehen und die Weichen neu stellen.

Eventuell wird man weitere Gemeinden in die Planung einbeziehen und oder sogar regional zusammenarbeiten. Und Werner Grossen, Avag, ergänzt: «Den Bürgern soll es künftig möglich sein, ihre Sonderabfälle mehrmals im Jahr abzugeben.»

Spezialisten

Das Werkhofteam der Gemeinde nimmt am Dienstag die Gebinde entgegen und liefert sie an die Firma Altola in Olten weiter. Die auf die Verwertung von Sonderabfällen spezialisierte Firma verfügt über eigens geschultes Personal und wirbt mit dem Slogan «persönlich, nachhaltig und gesetzeskonform» für fachgerechte Entsorgung.

Berner Zeitung

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