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Pro und kontra Energiegesetz

Ein paar heftige Diskussionen löste im Publikum das Podiumsgespräch von ­Nationalrätin Regula Rytz (Grüne) und Nationalrat Albert Rösti (SVP) im Sternen in Aeschi aus.

Beim Podiumsgespräch in Aeschi erläuterte die grüne Nationalrätin Regula Rytz dem SVP-Oberland-Präsidenten Thomas Knutti (Mitte) und dem Nationalratskollegen Albert Rösti ihre Argumente.
Beim Podiumsgespräch in Aeschi erläuterte die grüne Nationalrätin Regula Rytz dem SVP-Oberland-Präsidenten Thomas Knutti (Mitte) und dem Nationalratskollegen Albert Rösti ihre Argumente.
Verena Holzer

Die SVP Wahlkreisverband Oberland hatte zum Podiumsgespräch zur Energiestrategie 2050 eingeladen. Die ablehnende SVP wurde von Nationalrat und Präsident SVP Schweiz, Albert Rösti, vertreten. Auf der Gegenseite begründete Nationalrätin Regula Rytz die Zustimmung der Grünen.

Provokativ wurde diese vom Moderator, dem Präsidenten SVP-Wahlkreis Oberland, Thomas Knutti gefragt, ob sie das Oberland liebe und, wenn ja, ob sie die schöne Landschaft nun mit Windmühlen verbauen möchte. «Die Kernenergie ist heute viel zu teuer und weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll. Unser Ziel ist es, für den Energieverbrauch die einheimischen Ressourcen wie Sonne, Wasser, Wind, Holz oder Biogas zu nutzen, also auch Windmühlen. Das ist zudem auch eine grosse Chance für die Landwirtschaft und das Berggebiet», antwortete sie.

Sie sei der Meinung, dass die AKW gar nicht mehr so lange am Netz bleiben würden, wie ihr Kollege Albert Rösti glaube. Statt teure Energie zu importieren, könnte man mit 15 Windrädern pro Kanton einen Teil der grossen Herausforderung Energieversorgung meistern, und das Geld bliebe in der Schweiz.

Noch fehlt die Technologie

Dem konnte Albert Rösti nicht zustimmen. «Mir stellt sich die Frage, wer das bezahlen soll und kann. Der Umbau der Energieversorgung bringt massive Mehrkosten, die vor allem Familien und KMU belasten. Eine vierköpfige Familie hat jährlich mit 3200 Franken mehr Energiekosten zu rechnen, und die kleineren Betriebe würden durch die Mehrkosten konkurrenzunfähig.»

Er erklärte zudem, dass im Moment in gewissen Zeiten zu viel Strom produziert werde. Was fehle, sei die Technologie der Speicherung des Überflusses für die mageren Zeiten. «Und wenn die Technologie reif ist, wird sie sich durch­setzen, und wir finden andere Möglichkeiten», zeigte sich Rösti überzeugt.

Da kam auch schon der Angriff aus dem gut 60-köpfigen Publikum im Restaurant Sternen. Er müsse ja so reden, da er in der Lobby von Energieorganisationen sitze. Rytz wurde vorgeworfen, dass die Grünen mit ihrer Politik die Natur kaputt machen würden.

Ein anderer Gast meinte, dass Holzverbrennung stinke und Rauch ausstosse und die Sonnenpanels in zwanzig Jahren auch wieder teuer entsorgt werden müssten. Peter Bütschi von Vigier Beton äusserte seine Sorgen um die Arbeitsplätze bei einer Annahme des Energiegesetzes. «Schon jetzt werden vielerorts Kies und Schotter aus dem Ausland verbaut, weil unsere Ware zu teuer ist», sagte er.

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