Saal wird verkabelt und verschneit

Interlaken

Die Mitarbeitenden von TPC und SRF bereiten das Congress Centre Kursaal aktuell für die Aufzeichnung von «Kilchspergers ­Jass-Show» vor. Mit viel Respekt für die historischen Säle.

Feinarbeit beim Bühnendekor: Regisseur Bruno Kocher (re.) und Sereina Rudolf, Leiterin Requisiten besprechen gestern Abend die letzten Details und sorgen dafür, dass auch die hinterste Tannennadel in die richtige Richtung schaut. Im Hintergrund die technischen Anlagen im Dunkeln des Kursaals.

Feinarbeit beim Bühnendekor: Regisseur Bruno Kocher (re.) und Sereina Rudolf, Leiterin Requisiten besprechen gestern Abend die letzten Details und sorgen dafür, dass auch die hinterste Tannennadel in die richtige Richtung schaut. Im Hintergrund die technischen Anlagen im Dunkeln des Kursaals.

(Bild: Bruno Petroni)

Auf der Showtreppe zur Bühne im Konzertsaal schneit es. Requisiteurin Kati Azzara drapiert sorgfältig Schneewolle rund um die Treppe, weitere Schneemattenrollen liegen bereit. «Sie werden wiederverwendet, wir packen sie nach der Sendung in Plastiksäcke, sogar die losen Schneeflocken stopfe ich mit ­hinein», sagt Seraina Rudolf, Leiterin Requisiten. Im Kursaalgarten, wo Aussenspiele stattfinden, wird kein Schnee ausgelegt. «Wir werden noch ein Tänzchen aufführen, damit Schnee von oben fällt», verspricht Kati Azzara ­lachend.

Im Kursaalgarten, im Konzertsaal, im Ballsaal, im Theatersaal: Überall sind einheitlich schwarz gekleidete Leute an der Arbeit, hauptsächlich Männer. «Am Samstag kamen wir mit neun Leuten, jetzt sind es ein paar mehr», sagt Gilles Cantor, Key Account Manager bei TPC, was in Langform Technology and Production Center Switzerland AG heisst. Es ist die Produktionstochter der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft.

«Sehr stimmiger Ort»

«Für ‹Kilchspergers Jass-Show› ist der Kursaal ein sehr stimmiger Ort», sagt Cantor. Kronleuchter, Blattgold, Säulen, Bogenfenster, Parkett. Erschwert das die Vorbereitung für die Produktion? «Eigentlich nicht, aber wir achten sehr darauf, keine Schäden zu verursachen», sagt der Produktionsleiter. Das Rig, das die Beleuchtung und die Beautycam über Kilchspergers künftigem Jasstisch trägt, konnte nicht an die Holzdecke gehängt werden, sondern ist mit Metallträgern am Boden abgestützt. Wetten, dass das während der Sendung niemand merkt? Dank Holzverkleidung hat der Konzertsaal einfach ein paar Holzsäulen mehr.

Sehr positiv sind für Cantor die vielen Räume. Die Promis, Andrea Berg, Gölä, Abderhalden und Co. haben den prunkvollen Theatersaal als Garderobe zur Verfügung, im goldelfenbeinfarbenen Ballsaal stapeln sich die leeren massiven Transportkisten, während im Konzertsaal, wo die grosse Show stattfindet, die Anzahl verkabelter Scheinwerfer und Tonanlagen wächst. Die Licht- und Tontechnik ist in vier Lastwagen antransportiert worden, die Bühnentechnik in drei. Andrea Berg wird erst am Freitag ankommen. Aber Regisseur Bruno Kocher (s. Kasten) steht in regem Kontakt mit ihrem Choreografen. Wo wird sie sich bewegen, in welche Farben wird sie getaucht? Das wird schon am Donnerstag geprobt. Mit Dummies, sagt Cantor. Das sind nicht etwa Puppen, sondern Leute, die von der SRF-Redaktion auswählt werden.

«Spontane Einfälle»

In Bruno Kochers Drehbuch steht, was jede Minute der an­derthalbstündigen Sendung passiert. Muss also Roman Kilchs­perger genau sagen, was die Redaktion für ihn schreibt? «Nein, er hat genug Raum für spontane Einfälle. Ich aber bestimme aufgrund der Inhalte seine jeweiligen Positionen im Saal,» sagt Kocher. Er hat den Jasstisch für die Promijasser im Raum so angeordnet, dass möglichst viel von der Kursaalarchitektur zu sehen ist. Die Showbühne allerdings wird ein Wintertannenbaum-Märchenland mit einer Sternen-LED-Wand sein, die sich für die Künstler öffnet. 700 Zuschauer sind bei der Einspielung hautnah und live dabei, sie folgen den Finalisten sogar ins Freie. Gesendet wird «Kilchspergers Jass-Show» dann am 13. Januar. Noch sind Tickets unter www.srf.ch/jass erhältlich. Kurzentschlossene können auch am Freitag, 8. Dezember, ab 19 Uhr beim Aussenset (im Freien) vorbeikommen und dort zuschauen (kein Einlass in den Jass-Saal).

Berner Oberländer

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