Schlussstrich unter die Ortsplanung

Zweisimmen

Um die Entwicklung im Auge zu behalten, ­wurden in Zweisimmen die Kontrolle und das Monitoring zur Entwicklung des Erst- und Zweitwohnungsanteiles im Baureglement verankert.

Nur 38 Stimmberechtigte (1,7 Prozent) waren an der von Ueli Zeller geleiteten Zweisimmner Gemeindeversammlung anwesend. Geheim, wie es die Gemeindeverfassung verlangt, stimmten sie dem Ergänzungsartikel 18 a im Baureglement «Monitoring Entwicklung Erst- und Zweiwohnungsanteil» mit nur einer Gegenstimme bei drei Enthaltungen zu.

Ergänzung im Baureglement

In Zweisimmen gibt es 794 Zweitwohnungen, dies sind rund 34 Prozent des gesamten Wohnungsbestandes. Die gesetzliche Obergrenze sieht einen Anteil von 20 Prozent vor. Gegen die Steuerung der Erst- und Zweitwohnungssituation in der 2009 genehmigten Ortsplanungsrevision wurde zur punktuellen Festlegung der Erstwohnungsanteile Beschwerde eingereicht. Gemeinderat Daniel Dumont: «Durch das Amt für Gemeinden und Raumordnung bekam Zweisimmen den Auftrag, die Situation über das ganze Gemeindegebiet zu regeln. Mit der Annahme der Zweitwohnungsinitiative im Jahr 2012 und dem erfolgten Gesetz 2016 wurde die Problematik Erstwohnungsanteile hinfällig.»

Zusammen mit dem Berner Planungsunternehmen Panorama AG wurde als Ergänzung des Baureglements der neue Artikel 18 a erarbeitet. Dieser verpflichtet die Gemeinde zur jährlichen Kontrolle der Zweitwohnungssituation und gibt ihr die Möglichkeit, bei erhöhter jährlicher Umnutzung zu intervenieren. Aktuell werden mehr Zweitwohnungen in Erstwohnungen umgenutzt. Die erfolgte Annahme ermöglicht nun, einen Schlussstrich unter die Ortsplanungsrevision von 2009 zu ziehen.

Mit Jahresergebnis zufrieden

Zum Jahresabschluss 2017 gab Finanzverwalter Silvio Maurer einen Überblick: «Die Altlastensanierung des Schiessstandes Grubenwald belastete mit einer halben Million den allgemeinen Haushalt ausserordentlich. Ertragsseitig gab es 760'000 Franken mehr Gemeindesteuern hauptsächlich von juristischen Personen.» Dazu konnten 120'000 Franken durch den Verkauf von Grundstücken erzielt werden.

Der Überschuss von 287'408 Franken im allgemeinen Haushalt kam als erneute Einlage als Vorfinanzierung an den Abschluss der Simmental-Arena dem Verwaltungsvermögen zu. Das Ergebnis von 45'656 Franken aus den gebührenfinanzierten Spezialrechnungen des Abwassers mit 74'000 Franken Mehrertrag und der Mehraufwand von 28'300 Franken beim Abfall schlagen beim Gesamthaushalt von insgesamt 15,4 Millionen Franken positiv zu Buche.

Nicht alle erfreut

Ratspräsident Ernst Hodel informierte über verschiedene Ratsgeschäfte von öffentlichem Interesse. Im Bereich ÖV/Parking steht der Bahnhofumbau vor dem Abschluss. Ratspräsident Hodel: «Die Verhandlungen mit der BLS zum Parkingprojekt und zur Strassenverlegung Bahnhof Ost sind zähflüssig.» Im Weiteren wurde die Sanierung der Gemeindeverwaltung ins Jahr 2019 zurückgestellt. Auch wurde mit den Bergbahnen über den jährlichen Betriebsbeitrag 2019 bis 2022 und über künftige Investitionen am Rinderberg verhandelt.

Die Nichtbewilligung zur Beteiligung am ÖV-Ticket-Verbund mit der Konsequenz, dass der Streckenabschnitt Saanenmöser–Zweisimmen nicht im Skiticket inbegriffen sein wird, löste in Tourismuskreisen Empörung aus. Der Rat macht sich für 2019 zum Ziel, nach einer generellen Lösung über die Kurtaxkarte analog der Lenk zu suchen – und nicht nur für die Skigäste.

Berner Oberländer

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