Schnee wird digital gemanagt

Mürren

Gipfelstürmerin Schilthornbahn: Mit dem sanierten Drehrestaurant, den sicheren Stegen zwischen Himmel und Abgrund und schneesicheren Pisten geht es zahlenmässig stetig aufwärts.

Die Schilthornbahn konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr die Frequenzen steigern.

Die Schilthornbahn konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr die Frequenzen steigern.

(Bild: pd)

2970 Meter über Meer: Das Schilthorn gehört knapp nicht zum Dreitausenderclub der Alpen. Vor gut 50 Jahren, bei der Planung der Seilbahn, dachte man sogar daran, es irgendwie um 30 Meter zu erhöhen.

Jetzt wird es über den Sommer im Interesse der Gäste dafür zu einem Ewigschneeberg gemacht, denn auf dem Gipfel wird ein Kunstschneefeld angelegt. Ein wichtiger Teil der Sommergäste der Bahn wollen Schnee sehen.«Er dient auch zum Schutz des Permafrosts», sagte Direktor Christoph Egger an der 56. Generalversammlung der Schilthornbahn AG in Mürren.

Wichtige Anlage

Natürlich wollen auch die Wintergäste Schnee sehen, und die Schilthornbahn ist daran, an der geplanten Beschneiung Almi­boden, Maulerhubel, Winteregg weiter zu bauen. 2017 konnte, weil die Baubewilligung sich ­verzögerte, nur eine erste Etappe realisiert werden. Gebaut wurde ein 2,2 Kilometer langes Leitungsnetz mit 25 Lanzen bestückten Zapfsäulen.

Für die Schilthornbahn AG ist dies eine wichtige Anlage: Rund die Hälfte der Eintritte ins Skigebiet erfolgt über die Winteregg.

Schnee digital überwacht

Verwaltungsratspräsident Peter Feuz ging in seiner Ansprache auf das Thema Digitalisierung ein. Der Schnee am Schilthorn, ob er natürlich fällt oder künstlich ­produziert wird, ist digital überwacht: Schneehöhen werden gemessen, die Schneeproduktion gesteuert, die Verteilung auf den Pisten durch die Pistenfahrzeuge kontrolliert, Lawinen über die sechs Sprengmasten im Gebiet aus sicherer Entfernung ausgelöst.

Ein wichtiger Teil der Sommergäste der Bahn wollen Schnee sehen. 

Noch selber fahren müssen die Skifahrer auf der Direttissima, der steilsten Piste im Jungfraugebiet, die im vergangenen Winter unter Birg angelegt wurde.

Aufwärts bei den Zahlen

Vieles andere aber ist digital: Die Lichter im Drehrestaurat Piz Gloria können aus der Ferne gelöscht werden, und aus der Ferne kann man sich sein Lieblings­menü auf einen exakten Zeitpunkt hin im Restaurant bestellen oder sein Foto, das ein Automat auf dem Gipfel macht, zu den Lieben in die Ferne schicken.

Die vielen Massnahmen in Sachen Swiss Skyline mit sicheren Wegen um gefährliche Felsen schlagen sich in den Zahlen nieder. Während die Seilbahnenbranche seit 2008 gut ein Viertel an Umsatz verloren hat, stieg jener der Schilthornbahn AG um 28 Prozent.

2017 gabs im Sommer 4,4 Prozent mehr Frequenzen, im Winter sogar 21,9 Prozent. Der Ertrag des Gesamtunternehmens lag bei 28,63 Millionen Franken, 7 Prozent höher als im Vorjahr. Die AG wies einen Jahresgewinn von 1,3 Millionen Franken aus.

Die 275 persönlich anwesenden Aktionäre, die 62,16 Prozent des Aktienkapitals vertraten, bewilligten sich eine Dividende von 40 Franken auf ihren Aktien, die einen Nominalwert von 300 Franken haben.

Nächstes Jubiläum

So wie die Zahlen 2018 bisher aussehen, dürfte die Schilthornbahn AG auch in diesem Jahr ein sicherer Wert sein. Die Erst­eintritte im Winter stiegen um 22 Prozent. Die Frequenzen der Luftseilbahn im Winter blieben im Rahmen des Vorjahrs, wetterbedingt fuhr sie an einigen Tagen nicht.

Um 33,6 Prozent gestiegen sind die Frequenzen dafür bei der Allmihubelbahn, bei den Sesselbahnen und Skiliften. Und 2019 steht dann, nach dem Bahnjubiläum 2017, schon wieder ein Jubiläum an: 50 Jahre Bond auf dem Schilthorn.

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