Schwere Maschinen und grosse Herzen

Heustrich-Emdthal

Vom Swiss Alps Chapter Thun dem Club der Harley-Motorradfahrer, bekam die Stiftung Bad Heustrich ein Bild und einen Scheck in Höhe von 10'000 Franken überreicht.

  • loading indicator

«Tugg, tugg, tugg» hörte man das Knattern der anrollenden schweren Maschinen auf der Strasse zur Stiftung Bad Heustrich. Die Bewohner waren ganz aus dem Häuschen: «Sie kommen», riefen sie, strahlten übers ganze Gesicht, traten von einem Bein aufs andere und rieben sich vor Freude die Hände. Überschwänglich begrüssten sie die Harley Owners Group aus Thun.

Mark durfte später sogar auf eines der schön aufgereihten Motorräder sitzen und den Motor tuckern hören. Er meinte: «Das isch de bequem u dä tönt schön». Auch Diana bewunderte die Szenerie. «Ich bin ein Töfffan.»

Freude auf beiden Seiten

Die Freude war verständlich, denn sie kannten diese Leute, besonders ihre «Chauffeure». Im Frühling waren sie im Rahmen eines Charity-Wohltätigkeitsanlasses auf eine Fahrt mit dem Motorrad eingeladen worden. Gegen zwanzig Besitzer mit ihren blitzblank polierten, chromglänzenden Harley-Davidson-Motorrädern kamen ins Heustrich, jede nach dem persönlichen Geschmack verändert, mit 1600 bis 1900 cm3 grossem Motor um die 300 bis 400 Kilogramm schwer. Sie repräsentierten einen ungefähren Wert von 500'000 Franken. Nicht nur die Menschen mit einer Lernschwäche oder einer geistigen Beeinträchtigung, die im Wohnheim eine Berufsausbildung und einen Arbeitsplatz bekommen, waren glücklich, sondern auch die Bikefahrerinnen und -fahrer strahlten.

Geld gesammelt

Im April veranstaltete der Harley-Davidson-Händler in Thun und das Swiss Alps Chapter gemeinsam ihr Frühlings-Open-House, wo sie Geld sammelten. Die um die 60 Mitglieder des Chapters (Kapitels oder Vereins) sind gemäss Statuten der weltweiten Vereinigung verpflichtet, jedes Jahr einer In­stitution Geld zu spenden. Peter von Känel aus Aeschi, selber auch Harley-Fahrer, musste am Telefon den Leiter der Stiftung Bad Heustrich, Arnold Sieber, nicht lange überzeugen. «Das war ein Glücksfall für uns. Die Töpferei vom Bad Heustrich präsentierte sich am Fest mit einem Stand dem Publikum. Unsere Bewohner lernten Neues kennen und kamen in den Genuss einer Fahrt mit dem Töff», erklärte er erfreut.

Für eine Wintersportwoche

Am letzten Freitag überbrachte die Gruppe ein Bild vom Anlass im April und einen Scheck mit der «wahnsinnig» grossen Zahl 10'000 Franken. Der überraschte Arnold Sieber machte grosse Augen und dankte. «Ja, wir werden jetzt nur noch Cervelas und Brot essen», witzelte ein Sponsor. Die Spende soll laut Sieber für eine Wintersportwoche eingesetzt werden.

Nach einem Getränk und einem Hotdog machten sich die Gäste auf den Heimweg. «So, jitz gang, i wott de lose, wie der Töff tönt», sagte Heustrich-Bewohner Christian zu Harley-Fahrer Daniele Carluccio.

Berner Oberländer

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt