Seaside: Was die Anwohner am meisten stört

Bei der Gemeinde Spiez sind 2018 nur noch halb so viele Rückmeldungen zum Seaside eingegangen wie 2017. Nicht der Lärm ist das Hauptproblem für die Anwohner.

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Jürg Spielmann

Wie im Premierenjahr 2017 wollte der Gemeinderat Spiez auch heuer nach der Zweitauflage des Seaside Festivals von der Bevölkerung wissen, was am Grossanlass in der Bucht gefällt respektive missfällt. Waren es nach dem ersten Festival noch 112 Personen gewesen, die sich mittels Fragebogen oder per E-Mail geäussert hatten, meldeten sich in diesem Jahr noch 51 Personen.

«Die Meinungen zum Seaside Festival sind breit gefächert», weiss Gemeindepräsidentin Jolanda Brunner. Dass die geringere Anzahl Rückmeldungen auf eine grössere Akzeptanz in der Bevölkerung schliessen lasse, glaubt sie nicht. Obwohl die Akzeptanz für den Anlass allgemein gross sei.

Hauptproblem: zu lange Aufbauzeit

Der Hauptkritikpunkt ist die lange Aufbauzeit von 14 Tagen. In diesem Jahr konnte die Verkehrsbelastung dank eines neuen Regimes reduziert werden: Die LKWs verharrten auf Abruf in Warteräumen an der Autobahn und an der Seestrasse, um in der Bucht den Kollaps zu verhindern.

«Wir tauschen uns mit den Organisatoren laufend aus, eruieren, was sich allenfalls noch optimieren lässt.» Mögliches Thema: Synergien beim Transport. Speziell im nächsten Sommer, wenn binnen eines Monats das Seenachtsfest (27. Juli), das Beachsoccer (16. bis 18. August) und das Seaside (23./24. August) über die Bühne gehen.

Spiez Marketing will Seaside etablieren

Nicht eine negative Rückmeldung nach dem diesjährigen Open-Air hat die Spiez Marketing AG erhalten, wie dessen Geschäftsführer Stefan Seger sagt. Das Seaside Festival habe für den Ort einen immensen Wert. Die drei Ortsmarketing-Pfeiler Wohnen, Wirtschaft und Tourismus würden exemplarisch vereint.

«Mit etwas Grossem und Mutigem wirken wir dem Vorurteil der Schlafstadt entgegen, das lokale Gewerbe ist stark involviert und es werden zahlreiche Tages- und Übernachtungsgäste angelockt. Es ist für viele ein Geschäft.»

Kein Wunder, will Seger den Anlass langfristig in der Bucht etablieren. Er sieht auch keine Gefahr, sollte es einst zu einer Flurbereinigung im übersättigten Open-Air-Markt kommen. «Das Seaside ist kein 0815-Festival und hat mit seiner Qualität den Nerv der Zeit getroffen.»

thunertagblatt.ch/Newsnetz

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