Skigebiet klein, Hilfe gross

Aeschiried

Viel Herzblut für das Skigebiet Aeschiried hoch über dem Thunersee: Die Unterstützung für die Skilift Aeschiallmend AG ist gross – sei es von derregionalen Bevölkerung oder der lokalen Theatergruppe. Zuletzt wurde ein kleiner Gewinn erwirtschaftet. Aktuell fehlt es noch an Schnee.

Noch ist es nicht so weit: Zusätzlicher Schnee ist vonnöten, damit es auf der Aeschiallmend (wie hier Anfang 2015) Skibetrieb geben kann.

Noch ist es nicht so weit: Zusätzlicher Schnee ist vonnöten, damit es auf der Aeschiallmend (wie hier Anfang 2015) Skibetrieb geben kann.

(Bild: Jürg Spielmann)

Jürg Spielmann

Kassier Reto Tschabold sprach von einem «schönen Polster» und Hans Lengacher von «riesigem Dank». Der gehe gleich an mehrere Adressaten, betonte der Präsident der Skilift Aeschiallmend AG am Montagabend an der Aktionärsversammlung in der Chemihütte. Speziell erwähnte er jene, die zur Sommerzeit auch für das Winterangebot Theater gemacht hatten.

Dank der Unterstützung von Christian Däpp senior und der Theatergruppe Allmi habe die AG einen Check über 30 000 Franken in Empfang nehmen dürfen. Viele Helfer spendeten ausserdem rund 7000 Franken von ihrem Helferlohn. «Als ich den Check erhielt, habe ich Augenwasser bekommen», meinte Lengacher sichtlich gerührt.

«Als ich den Check erhielt, habe ich Augenwasser bekommen.»Hans Lengacher, PräsidentSkilift Aeschiallmend AG

Die lokalen Theaterleute landeten mit ihrem Freilichttheater «D Hochzyts-Trychle» einen Erfolg. Bereits im Vorfeld hatten sie in Aussicht gestellt, einen allfälligen Gewinn zu zwei Dritteln den Skiliften zu spenden. Ein Drittel ging an die Coop-Patenschaft für Berggebiete (wir berichteten).

Schon sind es 165 Gönner

Des Guten aber nicht genug: Ende April gründeten auf Initiative von Christoph Berger Sympathisanten aus Aeschi, Krattigen und Spiez den Gönnerverein Skilift Aeschiallmend. Der will der AG unter die Arme greifen – bei grösseren Investitionen einerseits und der Deckung allfälliger Betriebsdefizite andererseits. Gestartet mit rund 100 Gönnern, zählt der Verein heute 165 Mitglieder und verfügt über 28 000 Franken Kapital. Das erklärte Schatzmeister und Gönner­verein-Vorstandsmitglied Reto Tschabold. Geld gespendet haben des Weitern zwei Frauen aus Spiez und Krattigen – stolze 1000 und 500 Franken.

Ein Merci ging auch an die Helfer, die traditionell zwei Frondiensttage leisteten. Bevor Angestellte, zumeist Landwirte, Lohn erhielten, stünden sie erst einmal ehrenamtlich im Einsatz, rühmte Sekretärin Sonja Steudler. «Ja», erwiderte sie auf die entsprechende Frage, «für die Skilifte fliesst jede Menge Herzblut».

Es wird also einiges getan, um das 49-jährige Skisportkleinod, zumindest mittelfristig, zu sichern. Geld verdienen lässt sich auf 932 bis 1384 Metern zusehends weniger. Der Schnee macht sich rar. Im Winter 2015/2016, als es keinen einzigen Betriebstag gab, hatte man gar auf die Defizitgarantie der Gemeinden Aeschi (15 000 Franken) und Krattigen (10 000 Franken) zurückgreifen müssen.

Kleiner Gewinn, aber . . .

Ein Defizit hat die AG im letzten Geschäftsjahr (1. Juni 2016 bis 31. Mai 2017) nicht eingefahren, es resultierte in der Erfolgsrechnung ein kleiner Gewinn von 9717 Franken. Dies trotz höherer Abschreibungen auf den Anlagen von 20 200 Franken. Die Habegger-Skilifte Hellboden–Aeschiallmend (Jg. 1969) und Allmend–Allmispitz (Jg. 1971) waren 23 Tage in Betrieb. Dabei beförderten sie 35 801 Personen und spülten 68 230 Franken in die Kasse. Laut Präsident Lengacher dauerte die Saison ab Mitte Januar einen Monat, «dann war der Winter für uns Geschichte». Über 18 000 Franken generierte die Skibar vis-à-vis der Bushaltestelle Aeschiried.

Für ausserordentlichen Aufwand sorgte eine Totalkontrolle der Schlepplifte. Danach seien Umlenkrollen repariert und Getriebe kontrolliert worden. Die 25 anwesenden Aktionäre – sie vereinten 409 von 1720 Aktienstimmen – genehmigten die Rechnung einstimmig – noch ohne Theaterspende. Die Bilanzverlustlast von 155 409 Franken wurde auf die neue Rechnung übertragen.

Wahl und Wunsch

Ebenso in Eintracht zeigten sich die Aktionäre bei den Wahlen: Anstelle der demissionierenden Kathrin Chappatte aus Krattigen wurde Mathias Berger aus Aeschi ins Gremium gewählt und in globo die restliche Verwaltung sowie als Revisionsstelle die von Känel Treuhand AG bestätigt.

Zum aktuellen Glück fehlt in Aeschiried nun noch der Support von oben. «Von Spiez her gesehen ist die Aeschiallmend weiss verschneit. Es hat aber noch nicht genug Schnee, um die Lifte in Betrieb nehmen zu können.» Ein Grund dafür sei auch, erklärte Hans Lengacher, dass der Boden im Gebiet Allmi ein nasser sei. Nach dem Hinweis von Betriebsleiter Ruedi Zenger, dass man für den Betrieb unter der Woche «noch etwas knapp an Leuten» sei, entliess der Präsident die Aktionäre auf den Heimweg. Er tat dies mit dem Wunsch nach «viel, viel Schnee».

www.skilift-aeschiried.ch

Berner Oberländer

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