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Spitalneubauten geraten während des Verfahrens ins Stocken

Urs Gehrig, CEO der Spitäler FMI AG, blickt optimistisch auf die Spitallandschaft Oberland-Ost und Frutigen. Bauprojekte stocken aber im Moment.

Die Situation in Unterseen: Im Vordergrund die Profile für das Haus W, im Hintergrund das alte Spital mit den Profilen für das Haus E.
Die Situation in Unterseen: Im Vordergrund die Profile für das Haus W, im Hintergrund das alte Spital mit den Profilen für das Haus E.
Anne-Marie Günter

Auf Einladung der SP Unterseen stellte Urs Gehrig die aktuelle Situation der Spitäler FMI AG im Stadthaus Unterseen öffentlich vor. Sie ist mit 1'372 Angestellten die grösste Arbeitgeberin der Region, und das nicht immer ohne Probleme. «Es wird schwieriger, spezialisiertes Pflegepersonal und Ärzte zu finden», sagte er. Das Spital ist dazu übergegangen, spezialisiertes Personal für die Operationssäle, die Anästhesie oder die Intensivpflege zum Teil selber auszubilden.

Nur 30 Prozent

Ein Problem ist, dass nicht wie erwartet 50 Prozent der Fachangestellten Gesundheit eine Weiterbildung wählen, sondern nur 30 Prozent. Die Grundausbildung zur FaGe (Fachfrau/-mann Gesundheit) ist gesucht: Zusammen mit dem BZI hat das Spital die Klassenzahl von 30 auf 34 erhöht. 11'000 stationäre und 52'380 ambulante Patienten wurden im letzten Jahr behandelt. 625 Kinder wurden geboren, grundsätzlich zu wenig, um die Geburtenabteilungen in Unterseen und Frutigen kostendeckend führen zu können. «Für uns ist dies aber kein Diskussionsthema, es ist ein strategischer Entscheid, sie beizubehalten. Sie müssen aber quersubventioniert werden», sagte Urs Gehrig.

Mit Lean Management

Weniger Einnahmen für das Spital gibt es für ambulante als für stationäre Behandlungen, und 2019 wurden weitere Eingriffe auf die Liste gesetzt, die in der Regel ambulant zu behandeln sind. Die finanzielle Lage der Spitäler FMI AG ist aber laut Gehrig besser als die von anderen Spitälern, und dazu tragen die Touristen bei. «Jeder 7. Patient ist ein Tourist», sagte Gehrig. Patienten aus dem Ausland zahlen direkt, und manchmal fliege die Rega Interlaken an, wenn ein anderes Spital im Nebel liege.

«Jeder 7. Patient ist ein Tourist.»

Urs Gehrig, CEO der Spitäler FMI AG

Damit das Pflegepersonal nicht kilometerweit laufen muss, wurde ein Lean Management aufgebaut, das die Abläufe effizienter macht. Aufgaben wie Hotellerie und Gastronomie oder Empfang werden an entsprechende Berufsleute übertragen.

Bauten in der Pipeline

Realisiert hat die AG die Walk-in-Clinic im Bahnhofsgebäude Interlaken West, die laut Gehrig gut besucht ist. Nicht offen ist sie während den Öffnungszeiten des Hausarztnotfalldienstes Hani, einer Dienstleistung der regionalen Hausärzte, die im Spital domiziliert ist. Geplant ist, eine Rettungsstation beim neuen Betriebsgebäude von Wilderswil zu bauten, von wo aus insbesondere die Lütschinentäler schneller mit Ambulanzfahrzeugen erreicht werden; die Baubewilligung ist noch nicht erteilt.

Die ganz grossen Bauprojekte stehen aber in Unterseen an. Und sie stehen aktuell im eigentlichen Wortsinn an, denn die beiden grossen Neubauten sind durch einen Einsprecher aus der Gemeinde Unterseen blockiert.

Anstelle des bisherigen Spitals soll ein 50-Millionen-Franken-Neubau mit einer neuen Eingangssituation in Richtung Westen entstehen, das sogenannte Haus E. Vorgesehen wäre der Baubeginn im Juni 2020, und die Bauzeit würde vier Jahre betragen.

Auf dem Areal zwischen Seestrasse und Weissenaustrasse ist für 20 Millionen Franken das Haus W geplant, wo das gesamte Psychiatrieangebot vereint werden soll, auch mit den stationären Betten, die aktuell im alten Schwesternhaus untergebracht sind.

Gehrig wertete nicht: «Der Einsprecher nimmt seine demokratischen Rechte wahr», sagte er. Wer den Spitalstandort schützen und stärken wolle, solle das Spital aufsuchen und weiterempfehlen, Probleme sollten ihm mitgeteilt werden.

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