STI-Bus gegen Baum geknallt

Heimenschwand

Ein STI-Linienbus ist bei Heimenschwand von der Strasse abgekommen. Sechs Passagiere und der Fahrer landeten im Spital.

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Donnerstagabend, 17 Uhr. Feierabend für einen 29-jährigen Angestellten der Beutler AG in Heimenschwand. Er ist auf dem Weg zum Firmengelände, wo er in sein Privatauto steigen will.

Da kommt ihm ein STI-Bus der Linie 42 entgegen. Es wird knapp auf der engen, leicht schneebedeckten Rohrimoosstrasse. Beide Lenker weichen aus. Der Bus prallt in einen Baum, der Lieferwagen gerät über eine Böschung und kommt in Schräglage zum Stillstand.

Sechs Buspassagiere – darunter zwei Frauen, ein Mann und drei Kinder – sowie der Busfahrer werden gemäss Angaben der Kantonspolizei «teilweise leicht verletzt». Sie werden ins Spital gebracht, können es aber am selben Abend schon wieder verlassen.

Neben der Kantonspolizei Bern stehen für die Unfallarbeiten die Feuerwehren Buwa, Steffisburg Regio und Thun im Einsatz. Die Rohrimoosstrasse muss für rund dreieinhalb Stunden gesperrt werden, eine Umleitung wird durch die Feuerwehr eingerichtet.

Heftige Vorwürfe

Einer der ersten auf der Unfallstelle ist Fritz Beutler, der Chef des verunfallten Lieferwagenfahrers. «Er hat mich angerufen, dann bin ich gleich los.» Da sein Maler- und Gipsergeschäft nahe gelegen ist, sei er rasch vor Ort gewesen. In erster Linie sei er froh, dass niemandem etwas Ernsthaftes passiert sei, sagt Beutler.

«Für mich war es aber eine Frage der Zeit, bis es zu einem Unfall kommt.» So beobachte er schon seit längerem, dass die Busfahrer auf der schmalen Strasse zu schnell unterwegs seien. «Sie versuchen wahrscheinlich, den Fahrplan einzuhalten.» Die Rohri­moosstrasse sei aber zum Rasen ungeeignet.

«Sie ist eng und teilweise unübersichtlich.» Obwohl die Abklärungen zur Unfallursache noch laufen, ist für Beutler der Fall klar. «Wenn mein Angestellter nicht derart gut reagiert hätte, wäre es zur Katastrophe gekommen.»

STI wehrt sich

STI-Betriebschef Erich Seiler stellt sich vor seine Busfahrer. «Es sind Profis. Sie sind gewohnt, mit schwierigen Strassenverhältnissen umzugehen.» Dass auf der Rohrimoosstrasse die Busfahrer ans oder gar übers Limit gehen, kann Seiler nicht stehen lassen. «Unsere Leute sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Mir sind zudem noch keine Klagen im Zusammenhang mit Raserei zu Ohren gekommen.»

Es gebe zwar einen Fahrplan, der gemäss statistischen Angaben und Erfahrungswerten erstellt werde, der Busfahrer entscheide aber letztlich selber, wie schnell er fahre. «Wir üben keinen Druck aus», schliesslich gehe es ums Wohl der Passagiere. Dass auf der Rohrimoosstrasse, die nicht «üppig breit» sei, besondere Vorsicht geboten sei, verstehe sich deshalb von selber, sagt Seiler.

Zum Unfall vom Donnerstag wollte sich der STI-Betriebschef nicht konkret äussern. «Die Ermittlungen der Kantonspolizei laufen. Wir warten erst einmal die Ergebnisse ab.» Wie viel die Reparatur des Busses kosten wird, konnte er noch nicht sagen. «Es ist ein gröberer Schaden.»

Thuner Tagblatt

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