Stift digitalisiert die Mensa

Interlaken

Vom neuen Schuljahr an kann in der BZI-Mensa in Interlaken mit Karte bezahlt werden. Jan Dietrich, Lernender bei der Raiffeisenbank Jungfrau, ergriff die Initiative dazu.

Bernhard Nufer, Vorsitzender der Bankleitung Raiffeisen Jungfrau, Projekt-Initiant Jan Dietrich, Mensa-Leiter Bruno Schaad und BZI-Rektor Ernst Meier hinter der Kasse, an der ab dem neuen Schuljahr auch bargeldlos gezahlt werden kann (v.l.).

Bernhard Nufer, Vorsitzender der Bankleitung Raiffeisen Jungfrau, Projekt-Initiant Jan Dietrich, Mensa-Leiter Bruno Schaad und BZI-Rektor Ernst Meier hinter der Kasse, an der ab dem neuen Schuljahr auch bargeldlos gezahlt werden kann (v.l.).

(Bild: Anne-Marie Günter)

Wenn das neue Schuljahr beginnt, sind die Kasse der Mensa im BZI und auch die im Gymnasium Interlaken so ausgerüstet, dass mit Kreditkarten bezahlt werden kann. Ein Anliegen der Auszubildenden am BZI war dies schon länger, thematisiert wurde es an Klassensprecher-Zusammenkünften. Jan Dietrich, Lernender im dritten Jahr und auch Sprecher seiner Klasse, ergriff die Initiative, damit aus dem Wunsch Realität würde.

Er nahm Kontakt mit seinem Chef Bernhard Nufer von der Raiffeisenbank Jungfrau auf, und dieser sagte ihm seine Unterstützung zu. Jan Dietrich durfte während der Arbeitszeit am Projekt arbeiten, hat es aber hauptsächlich in der Freizeit gemacht. «Es ist unterstützenswert, wenn junge Leute so proaktiv handeln. Uns ist auch wichtig, als Lehrbetrieb partnerschaftlich mit der Berufsschule zusammenzuarbeiten», sagt Nufer.

«Kein Bargeld im Sack»

Diese gute Zusammenarbeit ist auch für BZI-Rektor Ernst Meier ein wichtiges Anliegen. Sie war nötig, denn das Projekt erforderte das Mitdenken und Mitgehen der BZI-Verantwortlichen. Jan Dietrich ging methodisch vor: Er erstellte unter dem Titel «Modern Payment» einen Projektplan. Ein wichtiger Teil der Arbeit war eine Onlineumfrage, mit der das Bedürfnis, in der Mensa mit Kreditkarten zu zahlen, nachgewiesen wurde.

Befragt wurden Berufsschülerinnen und Berufsschüler, aber auch Lehrpersonen und Mitarbeiter. Von den 328 Personen, die an der Umfrage teilnahmen, gaben 194 an, dass sie schon auf einen Kauf in der Mensa verzichten mussten, weil sie kein Bargeld bei sich hatten. «Viele Junge haben gar kein Bargeld mehr im Sack», sagt Nufer. In seinem Fazit aus der Umfrage stellte Jan Dietrich fest, dass im Ausbau der Mensa auf bargeldlosen Zahlungsverkehr eine typische Win-win-Situation entstehen würde. «Der Kunde kann seine Kosten bequem und auf verschiedene Arten begleichen, die Mensa hat eine grosse Chance, ihren Umsatz zu steigern», schrieb er.

Ganz so einfach war die Umsetzung nicht. Die Berufsschule hat ein Budget für die Mensa; die Frage der Kosten für die Umrüstung der Kassen und die Sache mit den Kommissionen – ein bestimmter Prozentsatz der Einnahmen aus den verkauften Produkten geht an Six Payment Services AG – erforderten eine entsprechende Regelung. Six-Vertragspartner ist Bruno Schaad, der die Mensa im BZI und im Gymnasium führt. BZI-Rektor Ernst Meier sagt, dass die Umsatzentwicklung jetzt mitverfolgt wird, denn eventuelle Umsatzeinbussen wegen der Kommissionen soll nicht der Mensa-Betreiber tragen müssen. Jan Dietrich ist aber zuversichtlich, dass die Einnahmen steigen, insbesondere, weil es viel mehr Spontankäufe geben wird, wenn mit der Karte bezahlt werden kann.

Mehr Salat, weniger Burger

Das Mensa-Konzept wird an die Bedürfnisse der Lernenden angepasst. Fast die Hälfte der BZI-Lernenden sind aktuell junge Frauen, die eher Salate und weniger Hamburger und Pommes wünschen. Ernst Meier hofft, dass sich zudem die Klima-Protest-Generation bewusst wird, dass es sinnvoller wäre, statt aus Wegwerfplastikbehältern der Grossverteiler Frischprodukte aus der Mensa zu essen. Vorschriften gibt es aber nicht: Die Mensa ist für alle offen, egal, ob sie ihr Essen mitbringen oder hier beziehen.

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