Tote Katzen nicht richtig entsorgt

Ein im Oberland wohnhafter Mann hatte die Kadaver von drei Katzen nicht vorschriftsgemäss entsorgt. Dies bescherte ihm einen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft, gegen den er Einsprache erhob. Nun wurde das Urteil bestätigt.

Der Beschuldigte hätte die drei Katzen vorschriftsgemäss im Garten vergraben oder bei einer Sammelstelle abgeben soll. (Symbolbild)

Der Beschuldigte hätte die drei Katzen vorschriftsgemäss im Garten vergraben oder bei einer Sammelstelle abgeben soll. (Symbolbild)

(Bild: Keystone)

Der 68-jährige deutsche Staatsangehörige mit Wohnsitz im östlichen Berner Oberland wurde von der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Oberland, wegen Widerhandlung gegen das Tierseuchengesetz für schuldig erklärt. Er hatte es unterlassen, die Kadaver von drei Katzen korrekt bei einer Sammelstelle zu entsorgen.

Bei einem Umzug fand ein Helfer in der Garage drei Kisten mit drei toten Katzen vor. Dieser verständigte den Kantonstierarzt, die Sache kam ins Rollen. Eine pathologische Un­tersuchung habe ergeben, dass die Tiere infiziert gewesen seien. Ob die Kadaver vor dem Umzug vorschriftsgemäss vergraben worden waren, blieb unklar.

Gemäss Verordnung über die Entsorgung von tierischen Nebenprodukten dürfen einzelne kleine Tiere bis zu einem Gewicht von zehn Kilogramm auf Privatgrund vergraben werden. Sie müssen mindestens 2 Meter über dem Grundwasserspiegel liegen und mit einer Erdschicht von mindestens 1,2 Metern Dicke überdeckt sein.

Der Mann erschien nicht

Dem Beschuldigten flog ein Strafbefehl der Staatsanwaltschaft ins Haus. Er wurde mit einer Busse von 500 Franken (ohne Eintrag im Strafregister) sowie Gebühren und Auslagen von 320 Franken belegt. Weil er dagegen Einsprache erhob, war am Dienstag eine Hauptverhandlung vor dem Regionalgericht Oberland in Thun anberaumt.

Der Mann erschien jedoch nicht vor Gericht. «Am Montag ist ein Verschiebungsgesuch bei uns eingetroffen», erklärte Gerichtspräsident Jürg Santschi vor Verhandlungsbeginn. Als Grund sei eine Erkrankung angegeben gewesen.

Das Gesuch sei zu kurzfristig erfolgt oder es hätte ein Arztzeugnis erfordert. Auf zwei Telefonanrufe und eine E-Mail habe der Mann nicht reagiert. Damit sei der Sachverhalt des unentschuldigten Fernbleibens erfüllt, so Santschi. In diesem Fall gilt die Einsprache als zurückgezogen.

Urteil bestätigt

Das Urteil der Staatsanwaltschaft wurde bestätigt, dem Beschuldigten entstehen Mehrkosten von 100 Franken. Dagegen kann innert zehn Tagen Beschwerde eingereicht oder es kann ein Gesuch für eine Nachfrist (Wiederherstellungsgesuch) gestellt werden. Voraussetzung dafür ist eine ärztliche Bestätigung der Verhandlungsunfähigkeit am ursprünglich angesetzten Termin.

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