Verkehrsstau statt Brienzersee

In unserer Serie «Angetroffen» stellen wir heute Manuel Luchs vor. Der Brienzer sieht seine neue Heimat im Solothurnischen.

Die Bezeichnung «Heimwehbrienzer» passt eigentlich nicht so recht zu ihm, denn im Solothurner 3000-Seelen-Dörfli Subingen fühlt sich Manuel Luchs mit seiner jungen Familie saumässig wohl. Von Heimweh nach dem Oberland also keine Spur. Trotz des oftmaligen winterlichen Dauernebels. Trotz des täglichen Verkehrsstaus auf der A1 beim Arbeits- und Heimweg. Und trotz der vielen Arbeit, die im letzten Herbst gekauften Einfamilienhüsli noch auf den 32-jährigen Familienvater wartet. Denn wo man hinschaut, stehen da noch Keramikplättli, verpackte Möbel, Türrahmen, Holzbretter, Werkzeug und Baulampen herum. Eigentlich lebt Manuel Luchs mit seinen zwei Frauen noch auf einer Baustelle.

Zwei Frauen – das sind seine aus Oberried stammende Lebenspartnerin Nadja Ruef und ihr gemeinsames dreijähriges Töchterli Cosmea. Den Grossteil der sanften Haussanierung schafft Manuel allein. «Trotzdem bin ich froh, wenn mein Vater ab und zu beim Ausbau des Hauses mithilft», meint Manuel. Sein Vater, das wäre dann der Peter Luchs aus Brienz; ein gelernter Zimmermann, der es bei Bauarbeiten ausgesprochen genau nimmt und diesbezüglich eigentlich gar nie richtig zufrieden ist. Ganz im Gegensatz etwa zu Sohn Manuel eben, der es schon mal gut sein lässt. Überhaupt ist Manuel seit je die Entspannung in Person, lässt sich durch nichts und niemanden aus der Ruhe bringen. «Nein, zurück nach Brienz zu ziehen, ist keine Option für mich, denn ich hab jetzt hier unten im Mittelland meine private und berufliche Zukunft gefunden und bin zufrieden.»

«Die Menschenhaben heute leider kaum mehr Zeit zur Freundlichkeit.»

Seine berufliche Zukunft – das ist eine Anstellung als Troubleshooter beim Störungsdienst der Gemeinschaftsantenne Weissenstein. Hier kann Manuel seine Begeisterung und seine Fähigkeiten für die digitale Technik so richtig ausleben. Aber eben – aus der Ruhe bringen lässt sich der Pragmatiker auch hier nicht, selbst wenn mal sein ganzes Umfeld Amok läuft: «Die Menschen haben heute leider kaum mehr Zeit zur Freundlichkeit.»

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