Victoria-Jungfrau auf neuen Routen in die Zukunft

Interlaken

Die Aevis Victoria SA steht hinter dem Luxushotel Victoria-Jungfrau Grand Hotel & Spa und erneuert ­weitere Zimmer. Die Generalversammlung beschloss eine Dividende von 55 Rappen auf den gut 15 Millionen ausstehenden Aktien.

Das Flaggschiff der Interlakner Hotellerie geht gestärkt aus der Generalversammlung der Aevis hervor.

Das Flaggschiff der Interlakner Hotellerie geht gestärkt aus der Generalversammlung der Aevis hervor.

(Bild: zvg)

Die Generalversammlung der ­Aevis Victoria SA fand zum ersten Mal im «eigenen Haus», im Victoria-Jungfrau Grand Hotel & Spa, statt. «Der Verwaltungsrat prüft derzeit verschiedene strategische Optionen für das Immobiliensegment, um die Weichen für die Zukunft optimal zu stellen und den Shareholder-Value zu maximieren», steht im Aktionärsbrief des Verwaltungsrats.

Verwaltungsratspräsident Christian Wenger legte auf Nachfrage dieser Zeitung ein klares Bekenntnis zum Luxushotel in Interlaken ab. «Wir wollen es behalten. Wir haben viel investiert, und das mit Herzblut», sagte er. «Das können Sie der Bevölkerung gern kommunizieren», sagte Beat Sigg, CEO der Victoria-Jungfrau Collection, eines der Geschäftsfelder der Aevis Victoria SA. Präsident der Collection ist Christian Seiler, ein Nachfahre des Politikers und Unternehmers Friedrich Seiler, der 1866 das Hotel Jungfrau im palastähnlichen Stil am Höheweg erbauen liess.

Wachstum erzielt

«Investing for a Better Life», heisst das Motto der Aevis Victoria SA. Ihre Beteiligungen bestehen aus der zweitgrössten Privatklinikgruppe der Schweiz mit Spitälern vorwiegend in der Romandie und im Tessin, aus der Victoria-Jungfrau Collection, aus 45 Liegenschaften in den Bereichen Gesundheitswesen und Hotellerie, aus Medgate, dem führenden Telemedizinanbieter in der Schweiz, und aus der Nescens SA, einer Marke rund um das Thema Better-Aging. Das Unternehmen erzielte mit seinen Angeboten im Gesundheits- und Hotelbereich im Jahr 2017 einen Gesamtumsatz von 663 Millionen Franken, im Vorjahr lag er bei 592,6 Millionen Franken. Es besitzt Liegenschaften im Wert von 1,2 Milliarden Franken und beschäftigte 2887 Mitarbeitende.

Die Zahlen wurden von Antoine Hubert, dem Delegierten des Verwaltungsrats, vorgestellt. Verwaltungsratspräsident Christian Wenger hob das Engagement der Mitarbeitenden besonders hervor. Den grössten Umsatz, nämlich 586 Millionen Franken, erzielt die SA mit den Kliniken. Bei den Hotels lag der Nettoumsatz 2017 bei 64,3 Millionen Franken oder um 6 Prozent höher als im Vorjahr. Der durchschnittliche Zimmerpreis erhöhte sich um 7 Prozent auf 397 Franken. Die Zahlen für das Interlakner Luxushotel wurden nicht gesondert ausgewiesen. Hingegen stellte Beat Sigg ein in Bezug auf das Victoria-Jungfrau «intensives und spannendes Jahr» vor. «Wir haben Weichen gestellt und sind auf neuen Routen in die Zukunft gerollt.»

Pizzaofen in Belle Epoque

Der Wellnessbereich Spa wurde so umgebaut, dass in Interlaken das vom Spezialisten Jacques Proust entwickelte Nescens-Better-Aging-Programm angeboten werden kann. 42 Zimmer wurden erneuert, und von der Qualität der klimatisierten Räume mit Parkettböden und stilvollem klassischem Ambiente konnten sich die 183 anwesenden Aktionäre nach der Generalversammlung überzeugen. Als Erfolg wertete Sigg den Umbau des Belle-Epoque-Saals im östlichen Parterre in das italienische «Ristorante und Pizzeria Sapori» mit einem waschechten Pizzaofen. Es werde auch von der einheimischen Bevölkerung geschätzt. Die Terrasse wird diesen Sommer in Richtung Höheweg ausgebaut.

Die statutarischen Geschäfte mit der Entlastung des Verwaltungsrats und seiner Wiederwahl, dem Beschluss einer Dividendenzahlung von 55 Rappen auf den gut 15 Millionen ausstehender Aktien wurden per elektronische Abstimmung durchgeführt. Zugestimmt wurde der Entschädigung des Verwaltungsrats von 1,25 Millionen Franken mit einer zusätz­lichen Vergütung von 824 000 Franken und 1,24 Millionen Franken als Vergütung für die Geschäftsleitung. «Ich hoffe, dass die Schweiz ein liberales Gesundheitssystem beibehält», sagte Wenger zum Abschuss der Versammlung.

Berner Zeitung

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