Viel Rauch um nichts

Wegen Verbrennens von nassem Holz erhielt ein Mann aus dem Saanenland einen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft. Dagegen erhob er Einsprache, welche er schliesslich zurückzog.

Der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft wird rechtskräftig.

Der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft wird rechtskräftig.

(Bild: Fotolia)

Ein 51-jähriger Schweizer aus dem Saanenland verbrannte an einem Abend im Juli nasses Holz mit übermässiger Rauchent­wicklung ohne Bewilligung des zuständigen Forstdienstes. Deswegen zeigte ihn die Polizei an. Dies bescherte dem Mann einen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Oberland. Er wurde wegen Übertretung gegen die Umweltschutzgesetzgebung für schuldig erklärt.

Die Strafe lautete auf eine Busse von 50 Franken (ohne Eintrag im Strafregister). Zudem hätte er Gebühren von 100 Franken bezahlen müssen. Weil er dagegen Einsprache erhob, war gestern eine Hauptverhandlung am ­Regionalgericht Oberland in Thun anberaumt.

Im Vorjahr ging es

«Falls ich zu einem Freispruch kommen sollte, würden für Sie keine Kosten entstehen», sagte Gerichtspräsidentin Eveline Salzmann bei Verhandlungsbeginn zu dem Mann. Im Falle eines Schuldspruchs würden jedoch Mehrkosten von rund 400 Franken anfallen, gab sie zu bedenken. Ob er dieses Risiko in Kauf nehmen wolle, fragte sie. «Sonst wäre ich nicht hierhergekommen», lautete seine Antwort, weil er sich unschuldig fühle.

«Ich muss mich auf die Aussagen des Försters und der Polizei stützen und die gesetzlichen Bestimmungen beachten.»Eveline SalzmannGerichtspräsidentin

Er habe im Vorjahr den Förster kontaktiert, welcher ihm damals das Verbrennen von Schlag­abraum unter Einhaltung der in der kantonalen Waldordnung (Art. 21) enthaltenen Bedingungen bewilligt habe. In diesem Jahr sei allerdings keine Rücksprache mit dem Förster erfolgt.

War es Rauch oder Dampf?

Der Mann warf die Frage auf, ob es sich wirklich um starken Rauch und nicht auch teilweise um Dampf gehandelt haben könnte. Weil es geregnet ­habe, sei das Holz dann nass geworden.

Die Gerichtspräsidentin zeigte ihm Fotos, auf denen ersichtlich ist, dass es sich eindeutig um starke Rauchentwicklung gehandelt hatte. «Mir bleibt bei der Urteilsfindung nicht viel Ermessensspielraum. Ich muss mich auf die Aussagen des Försters und der Polizei stützen und die gesetzlichen Bestimmungen beachten», betonte Salzmann.

Sich an Vorgaben halten

Er finde die ganze Sache übertrieben und lächerlich, gab der Mann zu Protokoll. Inskünftig werde er sich an die Vorgaben der Waldordnung halten, versicherte er. Schliesslich zog er die Einsprache zurück mit der Bemerkung: «Da wäre ich besser zu Hause geblieben.» Damit wird der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft rechtskräftig.

Berner Oberländer

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