Von Sprayern, Rasern und Fischen

Interlaken

Der vom Interlakner GGR genehmigte Verwaltungsbericht informiert nicht nur über Präsidiales.

Letztes Jahr wurden in Interlaken 106 Automobilisten angezeigt, weil sie zu schnell unterwegs waren – 13 weniger als im Vorjahr.<br><i>(Archivbild/Fritz Lehmann)</i>

Letztes Jahr wurden in Interlaken 106 Automobilisten angezeigt, weil sie zu schnell unterwegs waren – 13 weniger als im Vorjahr.
(Archivbild/Fritz Lehmann)

An seiner Sitzung vom Dienstagabend hat der Grosse Gemeinderat (GGR) Interlaken den Verwaltungsbericht 2018 genehmigt. Mehrere Detailfragen und Bemerkungen zum Inhalt belegten das Interesse der Parlamentarier an diesem jährlichen Überblick über die Tätigkeiten der einzelnen Ressorts.

Zwei Themen seien es gewesen, welche Gemeinderat und Verwaltung 2018 «überdurchschnittlich beschäftigt haben», hält Gemeindepräsident Urs Graf einleitend zum Verwaltungsbericht fest. Tatsächlich haben das Verkehrsregime und die Zunahme der Anzahl Wohnungen, die im Internet angeboten werden, immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Vor einem Jahr genehmigten die Stimmberechtigten definitiv das Fahrverbot auf dem Höhewegabschnitt «Schlauch», und mit einer Ende Jahr beschlossenen Planungszone sollen nun die Airbnb-Angebote und das Zweitwohnungsgesetz besser kontrolliert werden.

Kürzere Sitzungen

Der 66-seitige Verwaltungsbericht enthält wie gewohnt eine grosse Menge Fakten über die Arbeit in den einzelnen Ressorts. Wie es sich hierarchisch gehört, beginnt der Bericht mit dem Ressort Präsidiales. Drei Zahlen seien herausgegriffen. Eine Parlamentssitzung dauerte durchschnittlich 1 Stunde und 42 Minuten und damit rund eine halbe Stunde weniger als 2017. Mit 92 Prozent lag die Präsenzquote der Ratsmitglieder an den Sitzungen um 2 Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Zudem entschied der Gemeinderat über Gesuche um Einbürgerung von insgesamt 11 (Vorjahr: 17) Personen, die er alle bewilligte.

Das Ressort Finanzen berichtet von seinen Erfahrungen mit dem neuen Rechnungsmodell, dem sogenannten HRM2, das die Rechnungsergebnisse «noch längere Zeit verzerren wird, das heisst, sie werden ‹zu gut› ausfallen». Neben den 3266 Steuererklärungen aus der eigenen Gemeinde bearbeitete das Ressort deren 18824 von den achtzehn Anschlussgemeinden. Bis Ende Jahr hatten knapp 500 Personen ihre Steuererklärung noch immer nicht eingereicht.

Weniger Vandalismus

Am meisten Seiten des Berichtes füllt das Ressort Hochbau. Die Liste der ausgeführten, aktuellen und geplanten Bauten ist lang. Dazu gehören aber auch Projekte, über die noch nicht abschliessend entschieden wurde, wie beispielsweise der Standort einer Verladestation für den Bahnschotter der AG Balmholz und das Des-Alpes-Areal, wo nun bekanntlich ein Partner für Hotelpläne gesucht wird. Auch dieses Ressort wartet mit Zahlen auf. So lagen ihm vergangenen Jahr 93 Baugesuche vor, 25 weniger als noch 2017. Abgelehnt wurde keines. Und schliesslich gibt es Positives vom Bereich Hauswartdienste zu vermelden: «Vandalismus und Sprayereien sowie Littering besonders im General-Guisan-Schulhaus haben sich seit letztem Jahr verbessert.»

Auch das Ressort Tiefbau wartet mit guten Neuigkeiten auf: «Den Fischen im Japanischen Garten geht es sehr gut. Dies belegt ein tierärztliches Gutachten.»

1,6 Prozent fuhren zu schnell

Das Ressort Sicherheit berichtet unter anderem von der steigenden Anzahl Mietfahrzeuge und den Reklamationen wegen Lärmbelästigungen. Und von Radarkontrollen: 98,4 Prozent aller erfassten Fahrzeuge hielten sich an die Höchstgeschwindigkeit. 106 (im Vorjahr: 119) Mal wurde Anzeige erstattet.

Zahlen gibts auch über die Wohnbevölkerung: Von den 5501 Einwohnern waren 1640 Ausländer. Die Tabelle von deren Herkunftsländern führt Portugal an vor Deutschland und Italien.

Berner Oberländer

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt