Vorstand befürwortet «3 light»

Interlaken

Der Gemeindeverband ARA Region Interlaken bietet den 15 Mitgliedergemeinden zwei neue Modelle der Zusammenarbeit an.

Die ARA Region Interlaken prüft neue Optionen der Zusammenarbeit mit den Partnergemeinden.

Die ARA Region Interlaken prüft neue Optionen der Zusammenarbeit mit den Partnergemeinden.

(Bild: Fritz Lehmann)

Die Anforderungen an die Abwasserreinigung und die Siedlungsentwässerung nehmen stets zu und stellen insbesondere für kleinere Gemeinden eine grosse Herausforderung dar. Viele Aufgaben können im Verbund effizienter gelöst werden. Aus diesem Grund hat sich der Verband ARA Region Interlaken Gedanken über neue, zukunftssichere Zusammenarbeitsmodelle gemacht.

An der Delegiertenversammlung hat der Vorstand seinen Mitgliedergemeinden vorgeschlagen, das sogenannte Szenario «3 light» umzusetzen, wie die ARA in einem Communiqué mitteilt. «Dies bietet den einzelnen Gemeinden die Wahlfreiheit zwischen zwei Modellen der Zusammenarbeit mit dem Verband.»

Bei der einen Variante können sich die Gemeinden entlasten, indem sie sämtliche Aufgaben der Siedlungsentwässerung wie den Unterhalt der Abwasserleitungen dem Verband übertragen. In diesem Fall übernimmt der Verband ebenfalls die Leitungen sowie die weiteren Bauwerke in sein Eigentum. Will jedoch eine Gemeinde die Aufgaben auch weiterhin selber ausführen, kann sie dies bei der anderen Modellvariante auch weiterhin tun, und die Zusammenarbeit bleibt bei der heutigen Form. Ein späterer Wechsel ist jedoch möglich.

Zuerst drei Szenarien

Der Verband hat mit den Mitgliedergemeinden eine Auslegeordnung gemacht. Vier Zusammenarbeitsszenarien wurden geprüft. Das Szenario 1 stellt die heutige Situation, also den Status quo, dar, das Szenario 2 würde die Übertragung sämtlicher Anlagen von regionaler Bedeutung wie zum Beispiel Hauptleitungen und Pumpwerke an den Verband beinhalten, und im Szenario 3 würde eine vollständige Übertragung der kommunalen Aufgaben aller Gemeinden an den Verband erfolgen.

Die Gemeinden können künftig sämtliche Aufgaben der Abwasserentsorgung an den Verband übertragen.

Im Laufe der Arbeiten wurde von der Basis eine weitere Variante, das Szenario «3 light», vorgeschlagen. Diese Variante stellt eine Kombination von Szenario 1 und 3 dar. Mit diesem Szenario können die Gemeinden, die zum heutigen Zeitpunkt am System nichts ändern wollen, ihre Aufgaben wie bisher erfüllen. Die anderen Gemeinden erhalten jedoch die Möglichkeit, sämtliche Aufgaben der Abwasserentsorgung an den Verband zu übertragen.

Zusätzlich zu den Organisationsformen wurden finanzielle und rechtliche Aspekte überprüft. Im Teilprojekt «Finanzen» wurden die Auswirkungen der verschiedenen Organisationsmodelle untersucht. Ebenfalls wurden Vorschläge für die Abgeltung an die Gemeinden bei der Übernahme von Leitungen und Anlagen durch den Verband erarbeitet. Im Teilprojekt «Recht» wurde die heutige Situation bezüglich vorhandener Grundlagen überprüft sowie Musterdokumente für die einzelnen Szenarien erarbeitet. Die Analyse zeigte, dass auch bezüglich der heutigen Situation Handlungsbedarf besteht.

Neues Organisationsreglement

Sämtliche Arbeiten erfolgten ergebnisoffen sowie im Rahmen eines partizipativen Prozesses, indem alle Gemeinden einbezogen wurden. «Die Meinung der Basis war dem Vorstand stets ein grosses Anliegen», schreibt die ARA. So wurden neben einem Vernehmlassungsverfahren auch zwei gut besuchte Informationsveranstaltungen für Gemeindevertreter durchgeführt sowie an zwei weiteren Tagen Sprechstunden angeboten, die ebenfalls durch die Gemeinden genutzt wurden.

Die Vernehmlassung zeigte klar, dass alle Gemeinden das Szenario 3 oder das Szenario «3 light» bevorzugen. Aus diesem Grund schlägt der Vorstand den Gemeinden das Szenario «3 light» vor und bietet diesen dadurch die Wahlfreiheit.

Als Nächstes soll das gewählte Szenario vertieft werden, indem ein neues Organisationsreglement erarbeitet wird. Zudem sollen für Gemeinden, die an einer Übertragung der Aufgaben interessiert sind, entsprechende Verträge und Gebührenreglemente erarbeitet werden. Mit diesen Unterlagen wird gegen Ende Jahr eine weitere Vernehmlassung in den Gemeinden durchgeführt werden. Mögliche Anpassungen sollen anschliessend aufgenommen werden, sodass die Grund­lagen an der nächsten Delegiertenversammlung im Juni 2019 definitiv verabschiedet werden können.

pd/ch

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