Wasserversorgung bleibt unverbunden

Gündlischwand

Die Gemeindeversammlung Gündlischwand lehnte die Gründung des Gemeindeverbands Schwarze Lütschine deutlich ab.

Für die Wasserversorgung an der schwarzen Lütschine wollten die Gemeinden Lütschntal, Gündlischand und Grindelwald einen neuen Verband gründen.

Für die Wasserversorgung an der schwarzen Lütschine wollten die Gemeinden Lütschntal, Gündlischand und Grindelwald einen neuen Verband gründen.

(Bild: Bruno Petroni)

Bereits im Februar wurde am Informationsanlass über den zu gründenden Gemeindeverband Schwarze Lütschine klar: In Gündlischwand war der Zusammenschluss der öffentlichenWasserversorgungen Gündlischwand, Lütschental und im Grindelwalder Dorfteil Burglauenen weniger von der Sache her bestritten als von der Finanzierung.

«Geändert wurde seither nichts», sagte ein Stimmberechtigter an der Gemeindeversammlung (GV)vom Freitag. Die geplanten Investitionen betrugen 2,3 Millionen Franken, und der aufwendigste Teil war der Bau eines neuen Reservoirs in Burglauenen. In Gündlischwand wäre mit der Neuanlage die Versorgungssicherheit gewährleistet gewesen.

Die Lösung wurde vom Kanton unterstützt, und er war bereit, an die Kosten 950'000 Franken aus dem Wasserfonds zu zahlen. So viel wird es in Zukunft nicht mehr geben, da der Fonds leer ist und das entsprechende Gesetz geändert wird.

Mit 31 zu 16 abgelehnt

Gündlischwand war die erste der drei Gemeinden, die über die Gründung des Verbandes abstimmte. 52 Personen (rund 25 Prozent der Stimmberechtigten) nahmen an der GV teil. Weil Fragen während der Orientierung durch den beigezogenen Finanzspezialisten Heinz Berger sofort gestellt werden durften, wurde die Information unübersichtlich.

Einzelne Bürger hatten sich mit der Vorlage (dick wie ein Buch) intensiv auseinandergesetzt und wussten, wie viel teurer das Wasser für sie in Zukunft wird. «Die Wasserversorgung wird teurer, aber besser», sagte denn auch Berger. Die aktuelle Wasserrechnung der Gemeinde ist schon defizitär, das Eigenkapital ist im Minus, und der Bestand des Werterhalts ist mit 346'407 Franken tief.

Andere kritisierten die Rolle von Grindelwald, das als Hauptbegünstigter zu wenig an das Projekt beitrage. Nach der Orientierung von Rahel Fischer vom kantonalen Amt für Wasser und Abwasser und von Brunnenmeister Stefan Lüthi, der Vor- und auch Nachteile aufzeigte, brach Gemeindepräsident Peter Brawand die Diskussion ab und liess – wie verlangt – geheim abstimmen.

Die Gründung des Gemeindeverbands wurde mit 31 zu 16 Stimmen abgelehnt. «Ihr habt auf 950'000 Franken für die Region verzichtet», sagte Berger; einen Rückkommensantrag stellte aber niemand. Brawand kündigte an, dass er nach jahrelangem Engagement für dieses Geschäft sobald wie möglich von seinem Amt zurücktreten wird.

Den 145'000-Franken-Kredit für den neuen Traktor, der bei einem Wilderswiler Unternehmen bereits bestellt ist, bewilligte die GV einstimmig. Der allgemeine Haushalt schliesst bei einem Aufwand von 1,63 Millionen Franken mit einem Defizit von 85'030 Franken ab; aus dem Finanzausgleich bekommt Gündlischwand 346'155 Franken, dank positiver Abwasser- und Aballrechnung verringert sich das von der GV bewilligte Gesamthaushaltsdefizit auf 79'632 Franken.

Berner Oberländer

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