Wenn die App das Reisen erleichtert

Interlaken

Das Tourismusforum der Volkswirtschaft widmete sich der digitalen Zukunft im Tourismus. Die Referenten prognostizierten ein noch bequemeres Reisen. Vorbehalte gabs (fast) keine.

Talkrunde anlässlich der Mitgliederversammlung des Hoteliervereins Berner Oberland. Von links Marc Ungerer, Geschäftsführer Jungfrau Region Tourismus AG, Pascale Berclaz, Direktorin BE! Tourismus AG, Moderatorin Susanne Huber, Marianne Schüpbach, Lehrgangsleiterin BZI Interlaken, Jakob Samochowiec, Senior Researcher Gottlieb Duttweiler Institut.

Talkrunde anlässlich der Mitgliederversammlung des Hoteliervereins Berner Oberland. Von links Marc Ungerer, Geschäftsführer Jungfrau Region Tourismus AG, Pascale Berclaz, Direktorin BE! Tourismus AG, Moderatorin Susanne Huber, Marianne Schüpbach, Lehrgangsleiterin BZI Interlaken, Jakob Samochowiec, Senior Researcher Gottlieb Duttweiler Institut.

(Bild: Bruno Petroni)

Von profan bis komplex reichte das Spektrum der Weisheiten, die am gestrigen Tourismusforum der Volkswirtschaft Berner Oberland im Kursaal Interlaken vermittelt wurden. Da der Anlass erstmals zusammen mit dem Hotelierverein Berner Oberland gleich nach dessen Hauptversammlung (siehe Kasten) stattfand, konnten Präsident Jürg Grossen und Geschäftsführerin Susanne Huber ein Rekordpublikum begrüssen. Wie viele der rund 200 Zuhörenden die dargebotenen Weisheiten in ihre Berufspraxis umsetzen wollen oder sogar werden, liess sich angesichts des eher spärlichen Applauses nur erahnen...

Und trotzdem: Präsentiert wurde ein recht vielseitiger Überblick über digitale Gegenwart und Zukunft im Tourismus, der zumindest zum Denken anregte. Einzig Pascale Berclaz, Direktorin von BE-Tourismus AG, beschränkte sich auf eine Auflistung zumeist bekannter Fakten; sie führte die Tätigkeiten der kantonalen Tourismusorganisation auf. Werbung in eigener Sache machten anschliessend auch Marianne Schüpbach und Daniela Hubert-Schläppi. Sie leiten am Bildungszentrum Interlaken den neuen Lehrgang «Gästebetreuer im Tourismus».

Anhand eines Beispieles – einer Familie, die in Meiringen Ferien macht – schilderten sie, wie mit einer massgeschneiderten App den Gästen der Aufenthalt verschönert werden kann. Das reiche von der Buchung über den Ausflugstipp bis zum Kauf von Souvenirs. Aber, so betonten beide Referentinnen, dabei könne die persönliche Betreuung niemals ganz ersetzt werden. Denn nur diese vermittle Emotionen. Und nur so, hielt Marianne Schüpbach fest, «werden aus Gästen Fans, und werden aus Fans Botschafter».

Rezepte für den Erfolg

Mit sehr viel mehr Fremdwörtern war das Referat von Mar Ungerer gespickt, dem Geschäftsführer der Jungfrau Region Tourismus AG. Man entwickle zurzeit eine neue Software, um die Personalisierung der Gäste, genauer deren Interessen, möglichst früh zu erfassen. Ziel sei, den Touristen möglichst viel Convenience, Bequemlichkeit, bieten zu können. Dabei sei die Digitalisierung ein Geschenk», ermögliche sie doch die Vernetzung aller Teilregionen. Schwieriger hingegen sei es herauszufinden, welche Botschaften in den diversen digitalen Kanälen überhaupt auf Aufmerksamkeit stossen. Darum gelte es, das Suchverhalten der potenziellen Gäste zu messen und auszuwerten.

Doch was garantiert den Erfolg von digitalen Projekten ganz grundsätzlich? Marc Ungerer nannte sechs Faktoren: das eigene Wissen, die richtigen Instrumente (Tools), kompetente Partner, ein flexibles Team, Geschwindigkeit und «keine Angst vor Experimenten».

Sammeln und vernetzen

Zum abschliessenden Talk gesellte sich auch noch Jakob Samochowiec vom Gottlieb-Duttweiler-Institut, wo er eine bisher unveröffentlichte Studie zum Thema «Künftiges Reisen mit smarten Assistenten» verfasst hat. Informationen wie Wetter, Fahrpläne und Wanderwege werden demnach in einer einzigen App verfügbar sein. Das Fazit des Forschers für die kommenden Jahre: «Es geht ums Datensammeln und ums Datenvernetzen.»

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