Wird Wimmis zur Steueroase?

Wimmis

Ein positives Budget 2018: Wimmis steht finanziell sehr gut da und könnte ab 2019 eine Steueroase im Verwaltungskreis werden.

Blick vom Niesen auf Wimmis: Das Dorf ist finanziell gut gebettet.

Blick vom Niesen auf Wimmis: Das Dorf ist finanziell gut gebettet.

(Bild: Jürg Spielmann)

Die unspektakuläre Traktandenliste lockte gerade 3,5 Prozent der Stimm­berechtigten aus den warmen Stuben in die Aula Chrümig. Die 63 anwesenden Wimmiser Bürgerinnen und Bürger (bei 1861 Stimmberechtigten) folgten allen Anträgen des Gemeinderates ­einstimmig und ohne grosse Wortmeldungen.

Budget mit Aufwandüberschuss

Das Budget 2018 der Niedersimmentaler Gemeinde basiert auf einer unveränderten Steueranlage von 1,62 Einheiten und einer Liegenschaftssteuer von 1,5 Promille wie bisher und ebenfalls unveränderten Gebührenansätzen.

Der Vor­anschlag 2018 schliesst bei einem Umsatz von gut 10 Millionen Franken gesamthaft mit einem Ertragsüberschuss von 16'100 Franken ab. Die gebühren­finanzierten Bereiche liefern ein Plus von gut 80'000 Franken, während der steuerfinanzierte Haushalt einen ­Aufwandüberschuss von 64'000 Franken vorsieht. Das Eigenkapital von 2,5 Millionen Franken entspricht rund zehn Steuerzehnteln.

Finanzplan mit schwarzen Zahlen

Die Ergebnisse des Finanzplanes 2018–2022, vorgestellt von Gemeindeverwalter Beat Schneider, sind erfreulich. Ab 2019 sind Ertragsüberschüsse bis zu einem Steuerzehntel pro Jahr zu erwarten. Die Investitionen von insgesamt 5,5 Millionen Franken können ohne Neuverschuldung finanziert werden.

Der Gemeinderat sieht Möglichkeiten, die jetzige Steueranlage zu senken. Deshalb wurde die Finanzkommission beauftragt, dies im Rahmen des Budgets 2019 vertieft zu prüfen. Würden für das übernächste Jahr die Steuern gesenkt, wäre Wimmis mit Abstand die steuergünstigste Gemeinde im ganzen Verwaltungskreis Frutigen-Niedersimmental.

Verkürzte Grabesruhe

Ohne Gegenstimmen wurde das revidierte Friedhofs- und Bestattungsreglement genehmigt. In diesem wird die minimale Grabesruhe von 30 auf heute übliche 20 Jahre reduziert.

Das neue Mehrwertabgabereglement, das ebenfalls einstimmig angenommen wurde, gilt nur für Zonenplan- und Nutzungsänderungen, welche ab dem 1. Januar 2018 erfolgen. Der Abgabesatz verbleibt bei 30 Prozent des Mehrwertes.

Der Mehrwert wird nicht mehr nach dem Verkaufspreis, sondern nach dem Verkehrswert zum Zeitpunkt der Planungsmassnahme berechnet. Zu guter Letzt bewilligte der Wimmiser Sou­verän die Aufhebung des Reglementes Spezialfinanzierung Schiessanlage Brünnlisau.

36 Jahre Schuldienst geleistet

Bevor Gemeindepräsident Peter Schmid die Anwesenden zum traditionellen Apéro einlud, wurde Sekundarlehrer Andreas Stalder für 36 Jahre Schuldienst in Wimmis gedankt und zugleich verabschiedet, unterstützt von einem lange andauernden Applaus der Versammlung.

Berner Oberländer

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