XXL-Laster wurde durch die Region gefahren

Thun

«Oberland XXL» heisst die Sonderschau der diesjährigen Oberländischen Herbstausstellung (OHA). Am Montag wurde dazu ein 65 Tonnen schwerer Koloss per Spezialtransport und mit Polizeieskorte aufs Expo-Gelände gebracht.

Kein alltägliches Ausstellungsstück: Der Schwertransport hat seinen Bestimmungsort, die Oberländische Herbstausstellung, erreicht.

Kein alltägliches Ausstellungsstück: Der Schwertransport hat seinen Bestimmungsort, die Oberländische Herbstausstellung, erreicht.

(Bild: Patric Spahni)

Eigentlich beträgt die Luftlinie lediglich zwei Kilometer. Gemeint ist die Strecke zwischen der Kuhn Schweiz AG in Heimberg und dem Expo-Gelände in Thun. Weil aber viele der Unterführungen zu wenig Lichtraum haben, Brücken über die Aare für einen XXL-Koloss aus Stahl zu wenig Tragkraft aufweisen und der Gigant selber nicht auf der Strasse zugelassen ist, wurde am Montagnachmittag ein Umweg nötig.

Die Rede ist von einem nicht ganz alltäglichen Schwertransport durch die Region.«Eigentlich sind solche Transporte unser tägliches Geschäft, aber ich bin schon etwas angespannt», sagte Martin Wittwer, Chef der gleichnamigen Transport AG aus Wattenwil, während die Eskorte der Kantonspolizei Bern die Ladung und die Lastwagen kontrollierte.

Genau 85 Tonnen Gewicht hatte Martin Wittwer unter seinem Steuerrad, während Fabio Meies die Verantwortung für den zweiten, ebenfalls mit Tonnen beladenden Laster übernahm.

Unterstützt wurden die beiden von einem sechsköpfigen Team und zwei Kantonspolizisten auf Motorrädern, die den Weg freimachten. «Nicht die Tonnage, sondern vielmehr die Breite von über fünf Metern und die Höhe des Giganten sind nicht alltäglich», erläuterte der Transporteur.

Und schon gleich bei der Ausfahrt aus dem Firmengelände in Heimberg waren von Chauffeur und Begleitpersonen Fingerspitzengefühl nötig, um den schweren Transport auf die Hauptstrasse in Richtung Kiesen zu steuern. Weil es um Zentimeter ging, wurden auch gleich Verkehrssignale temporär abgebaut.

«Verrückte Idee»

Auf dem Tieflader transportierte der Konvoi einen riesigen, 65 Tonnen schweren Muldenkipper mit Baujahr 1999, der bislang in den Kantonen Aargau und Bern zur Materialgewinnung für Zementwerke im Einsatz stand und später ausgemustert wurde.

Nun soll dieser die XXL-Sonderschau der Oberländischen Herbstausstellung lancieren. «Wir haben die Idee sehr toll gefunden und uns entschlossen, dort mitzumachen», sagte Rudolf Gutknecht, Produkteverantwortlicher der Kuhn Schweiz AG. Dies, obwohl das OHA-Publikum wohl kaum Kunde für solch einen Koloss sei.

«Der riesige 65-Tonnen-Muldenkipper war der eigentliche Auslöser für die Idee der Sonderschau ‹Oberland XXL›», sagte Gerhard Engemann, Geschäftsführer der OHA Thun-Expo. Und schmunzelte: «Die Idee ist in der Abteilung ‹Verrücktes› entstanden.»

Die OHA-Besucher werden den Koloss während der Messe im Freigelände bestaunen können. Wie viel sich die Thun-Expo den speziellen Transport kosten lässt, wollte der Geschäftsführer nicht kommunizieren. Nur so viel: «Wir sind bei allen Beteiligten auf viel Goodwill gestossen.»

Durch Uttigen und Uetendorf

Gut eine Stunde dauerte schliesslich der aussergewöhnliche Transport über Kiesen durch die Dörfer Uttigen und Uetendorf auf die Allmendstrasse. Diese hat den Transport nach der Teilsanierung gut verkraftet.

«Ich bin sehr zufrieden: Es ist auf der zehn Kilometer langen Strecke alles gut gelaufen», zeigte sich Martin Wittwer nach der Ankunft auf dem Expo-Areal erleichtert. Der Gigant steht übrigens zum Verkauf. Neuwert: rund 1,4 Millionen Franken. Wer also einen grossen Garten hat...

Die OHA geht vom 26. August bis zum 4. September auf dem Thuner Expo-Areal über die Bühne. www.oha.ch

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