Zwei Grossprojekte nehmen Form an

Zweisimmen

Zwei Grossprojekte in Zweisimmen nehmen langsam Form an: Die Migros Aare plant den Abriss der alten Märithalle für einen 20-Millionen-Neubau. Der Spatenstich fürs 10-Millionen-Projekt im Gwatt ist im März vorgesehen.

Die neue Migros-Filiale in Zweisimmen liegt leicht rückversetzt und passt sich in der modernen Holzverkleidung den umliegenden Häusern an.

Die neue Migros-Filiale in Zweisimmen liegt leicht rückversetzt und passt sich in der modernen Holzverkleidung den umliegenden Häusern an.

(Bild: zvg)

Svend Peternell

Die Baupublikation durch die Genossenschaft Migros Aare macht bewusst: Die Tage der alten ­Märithalle, die während eines Jahres als Durchgangszentrum für Asylbewerberinnen und -bewerber diente, sind gezählt. Der Verkauf der Gemeindeliegenschaft an den Grossverteiler hat stattgefunden, wie Zweisimmens Gemeinderatspräsident Ernst Hodel bestätigt: «Die 4,2 Millionen Franken sind bezahlt. Das Areal wird im März mit Schaden und Nutzen an die Migros Aare übergehen.»

Eröffnung im Herbst 2018

Die Überbauungsordnung für das Neubauprojekt ist bereits im Juni 2016 durch das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) ­genehmigt worden. Eine im Frühling/Sommer 2016 noch unerledigte Einsprache konnte zwischenzeitlich bereinigt werden. Jetzt liegt das Abbruchgesuch zur Märithalle bis zum 20. Februar auf. Schon bald sollen auch die Pläne für den Neubau aufgelegt werden, kündigt Andrea Bauer, Mediensprecherin Migros Aare, an. «Danach muss das Baubewil­ligungsverfahren durchgeführt werden», schildert Hodel den weiteren Ablauf.

«Momentan geht die Migros Aare von einem Baubeginn im Sommer 2017 aus», bestätigt Andrea Bauer die Meldung auf der Migros-Website. «Verläuft die Bauphase gemäss Planung, ist die Eröffnung des Neubaus auf Herbst 2018 realistisch», heisst es weiter. Ein Blick aufs Animationsbild verrät: Das Projekt der Brügger Architekten AG aus Thun soll gut ins Ortsbild passen.

«Wir ­haben uns für eine modern gestaltete Holzfassade entschieden», erklärt Andrea Bauer. «Das Holz nimmt Bezug auf die Ge­bäude ringsherum, stört das Auge nicht und ist auch bezüglich Energieverbrauch nachhaltig un­terwegs.»

Multifunktionales Gebäude

Vorgesehen sind auf dem Areal ­Märithalle eine neue Migros-Filiale mit einer Verkaufsfläche von rund 850 Quadratmetern (am jetzigen Standort sind es 620 Quadratmeter), ein Denner von rund 350 Quadratmetern Grösse und eine etwa 80 Quadratmeter grosse Drittmietfläche. Bei Letzterer «ist noch offen, wer einzieht», sagt Andrea Bauer. Weiter sollen im Obergeschoss gut 20 Mietwohnungen entstehen, die ebenfalls auf Herbst 2018 bezugsbereit wären. Bei den Wohnungen handelt es sich laut Andrea Bauer um «normale» Mietwohnungen in modernem Standard und zu marktüblichen Preisen. «Die ­Gesamtinvestitionen – inklusive Wohnungen – belaufen sich auf rund 20 Millionen Franken.»

Das zweite grosse Bauprojekt der Gemeinde Zweisimmen be­findet sich ebenfalls auf gutem Weg. Auf dem Gwatt-Areal neben dem Flugplatzgelände sowie den Schul- und Sportanlagen sollen für knapp 10 Millionen Franken sowohl das Feuerwehrmagazin wie die Markt- und Veranstaltungshalle in einem multifunktionalen Gebäude realisiert werden. Vor­gesehen ist ab gewachsenem Boden eine reine Holzkonstruktion mit Unterbringung des Feuerwehrmagazins im Ostteil und der Markt- und Veranstaltungshalle im Westteil. «Mehr als 80 Prozent der Aufträge konnten in der Region vergeben werden», sagt Ernst Hodel.

Weniger tief in den Boden

Und weiter: «Die Baubewilligung ist da.» Trotz einer Projektänderung hat sich keine Verzögerung ergeben. «Aufgrund des Bodenkonzepts darf weniger tief in den Boden gegraben werden», gibt ­Hodel den Verzögerungsgrund an. «Dadurch wird das Gebäude 50 Zentimeter höher als vorgesehen.» Das Projekt ist eine grosse Kiste für Zweisimmen. Deshalb ist es Hodel wichtig, den Kostenrahmen einzuhalten. «Im Frühling nach der Schneeschmelze – vermutlich noch im März – laden wir zum Spatenstich ein.» Im Sommer soll dann richtig gebaut werden. Auf der südlichen Dachhälfte des Gebäudes wird als Pilotprojekt der BKW eine Fotovoltaikanlage geprüft, die durch ein Bürgerbeteiligungsmodell finanziert werden soll. Die Markthalle-Genossenschaft wird laut Hodel auch das neue Gebäude betreiben: «Da müssen noch Vereinbarungen getroffen werden, damit ein Verteiler zwischen der Genossenschaft und der Feuerwehr gefunden werden kann.»

Berner Oberländer

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