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Pädophiler schändete über 100 wehrlose Opfer

Kanton BernEin 54-jähriger Sozialtherapeut hat gestanden, in den letzten 29 Jahren 114 wehrlose Behinderte und Kinder sexuell missbraucht zu haben. Die meisten Übergriffe fanden in Heimen statt. 2003 waren ihm die Behörden schon auf der Spur.

Es ist der grösste Fall von Missbrauch, den es im Kanton Bern je gegeben hat: Ein 54-jähriger pädophiler Sozialtherapeut aus dem Kanton Bern hat während 29 Jahren in neun Heimen in der Schweiz und Süddeutschland 114 Pflegebefohlene und Kinder sexuell missbraucht. In Bezug auf weitere acht Opfer fehlt ein Geständnis. Betroffen sind Heime im Kanton Bern, eines im Aargau, zwei in Appenzell und eines in Deutschland. Der Heimverband will so rasch wie möglich eine Liste mit den Institutionen veröffentlichen. Aufgrund von Recherchen von TeleBärn informierte die Polizei an einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz ausführlich über den Fall, mit dem sich seit Sommer 2010 eine Sonderkommission (Soko) befasst. So gaben die Behörden bekannt, dass die Opfer von H.S. geistig und körperlich behindert sind. Er verging sich an ihnen während der Nachtwache oder bei der Intimpflege. Der Mann wartete ab, bis er alleine mit den Opfern war. In 18 Fällen filmte oder fotografierte er den Missbrauch. «Diese Aufnahmen anzusehen und auszuwerten, ist auch für die Ermittler der Polizei belastend», sagte Gabriele Berger, Leiterin der Soko. Zuletzt arbeitete H.S. in einem Heim im Kanton Aargau. Dort wurde Ende März 2010 das Verfahren gegen ihn eingeleitet. Zwei Bewohner des Heims hatten ihren Eltern erzählt, dass sie mit einem Betreuer sexuelle Kontakte hatten. Wenige Tage später wurde er verhaftet. Pikant ist, dass die Behörden bereits vor acht Jahren gegen H.S. ermittelten, als er in der Nathalie-Stiftung in Gümligen arbeitete. Weil Fachleute damals die Aussage eines geistig behinderten Mädchens anzweifelten, wurde keine Strafverfolgung eröffnet. H.S. lebte in Interlaken. Er plante, sich mit einer Institution für Behinderte selbstständig zu machen.wrsSeite 2+3>

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